ferien in zeiten von corona - whale watching

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maxicat, 38660 Adeje, Santa Cruz de Tenerife, Website

Ich hatte grosse Lust auf Whale Watching und als ein Verkäufer am Playa de la Pinta welche anbot, schlugen wir zu. Wir buchten eine fünfstündige Tour mit einem Katamaran und leisteten eine Anzahlung von 20 Euro. Die restlichen 70 Euro konnten wir beim Start der Reise vor Ort bezahlen. 

Ein bisschen ärgerte ich mich darüber, dass ich mich nicht über den Anbieter "Maxicat" schlau gemacht hatte. Als wir morgens um 9:40 Uhr beim Steg eintrafen, standen schon recht viele Leute und warteten darauf, das Boot zu betreten. Mir wurde mulmig, denn ich hatte mir fest geschworen, mich auf keinen Fall der Gefahr auszusetzen mit dem Coronavirus zu infizieren. Immerhin trugen alle Masken, aber wie würde es auf dem Schiff sein? 

Um 10:00 Uhr war es dann soweit, wir konnten an Bord gehen. Die Sitzplätze in der Mitte wurden sofort von einer Gruppe in Beschlag genommen, die anderen waren kaum besetzt. Wir hatten die linke Seite am Heck für uns. Jetzt war es an der Zeit, mich wegen meiner Panikmache selber auszulachen, denn nicht nur, dass mehr als genügend Abstand herrschte, es musste auch während des gesamten Ausflugs (ausser zum Essen) die Maske getragen werden. Ausserdem war Handdesinfektionsmittel an Bord und es war Pflicht, dieses beim Betreten zu verwenden.

Es konnte losgehen - doch worauf warteten wir noch? Anscheinend fehlten noch vier Passagiere. Die Crew war bereits ziemlich verärgert und als die vier - zwei Männer und zwei Frauen mit dunkler Hautfarbe in sehr coolen Klamotten - immerhin im Laufschritt ankamen, fuhren wir los.

Die vier Neuankömmlinge taten alles dafür, aufzufallen - zumindest die zwei Männer. Die Frauen legten sich in ihren gross mit "Calvin Klein" beschrifteten Bikinis vorne auf die Netze, aber die beiden Männer posten an allen möglichen und unmöglichen Stellen, um sich vom anderen fotografieren zu lassen. Dabei mussten sie stets von der Crew an die Maskenpflicht erinnert zu werden, um sie dann doch nicht anzuziehen.

Es dauerte nicht lange, da stiessen wir auf Delfine. Der Mann am Strand hatte gemeint, dass es 100% sicher sei, Grindwale zu sehen, aber bloss 50% Wahrscheinlichkeit für Delfinsichtung. Wir hatten also das halbvolle Glas erwischt und waren bereits happy. Ein paar Minuten verweilten wir bei den eleganten Tieren, dann fuhren wir weiter. Kurz darauf rief der Kapitän "a Shark!" und summte die Titelmelodie des Films "Der weisse Hai". Ich dachte erst, er würde scherzen, doch dann sah ich die Rückenflosse mit eigenen Augen. Es handelte sich natürlich nicht um einen weissen Hai, sondern wir hatten das Glück, auf einen Hammerhai zu treffen.

Als nächstes erreichten wir mehrere Grindwale, die zur Familie der Delfine gehören. Die Tiere leben in Schulen von rund zwanzig Tieren. Sie folgen einem Leittier, weshalb sie auch Pilotwale genannt werden. Wir konnten eine kleine Familie mit einem grossen männlichen, einem etwas kleineren weiblichen Tier und einem Baby beobachten. Hier verweilten wir etwas länger. Besonders schön war es, weil wir während der gesamten Fahrt die einzigen Ausflügler waren. Im Internet konnte ich lesen, dass sich sonst - vermutlich vor Corona-Zeiten - immer mehrere Boote um eine Delfingruppe versammelten.

Die Fahrt ging weiter an Los Gigantes vorbei, einem Ortsteil der Gemeinde Santiago del Teide nördlich von Adeje. Die bis zu 450 Meter hohen, senkrecht abfallenden Felsen boten einen spektakulären Anblick. Am Playa de Masca legten wir einen Badehalt ein. Wer Lust hatte, durfte sich nun in die Fluten stürzen, aber musste in der Nähe des Katamarans bleiben. Reiner und ich verzichteten auf das Schwimmen und schauten dem Treiben zu.

Auf der Rückfahrt gab es Reis mit Hühnchen und Pastasalat. Der Strandverkäufer hatte bereits angedeutet, dass das Essen kein Highlight sein würde, also erwartete ich nicht und wurde positiv überrascht. Der Reis war besser, als befürchtet und das Hühnchen zart. Nur der Pastasalat und das Dessert, das aus Fruchtsalat aus der Dose bestand, konnte man vergessen. Sangria, Softdrinks, Wasser und Bier gab es die gesamte Fahrt über kostenlos, soviel man wollte. Die Crew war nett und lustig. Sie gaben Erklärungen auf spanisch und englisch ab. 

Mehrere Faktoren hatten dazu beigetragen, dass es ein toller Ausflug geworden war. Zum einen waren keine anderen Boote draussen und unser Katamaran war nur etwa zur Hälfte besetzt, zum anderen war die See so ruhig, dass niemand seekrank wurde und kein Passagier fiel unangenehm auf. Selbst die beiden "Hobbymodels" rangen mir nicht mehr als ein müdes Lächeln ab. Ich glaube, dass ich in "normalen" Zeiten einen anderen Touranbieter mit kleineren Schiffen bevorzugen würde, aber in diesem Fall passte alles.