zum 50sten in der serengeti - stone town - sansibar

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In Arusha gab es einen Zwischenhalt, wo wir dann mit Bordkarten ausgestattet wurden. Auch hier war es chaotisch, funktionierte aber alles hervorragend. Wir kamen in Sansibar an und mussten wieder ein Formular ausfüllen, obwohl wir bereits im Besitz eines Visums für Tansania waren. Das Formular wurde uns abgenommen. Kurze Zeit später standen wir in einer Halle mit diversen Koffern und Taschen. Unser Gepäck war noch nicht dabei. Es war heiss, hektisch und man wusste nicht, wo man stehen durfte und wo man wieder verscheucht wurde.

Als unsere Taschen kamen, schnappten wir diese und verliessen den Flughafen. Draussen warteten mit etwas Abstand zum Gebäude viele Reiseleiter mit Schildern in den Händen. Einer war viel näher und hielt ein Chamäleon-Schild hoch. Dann wurden Gepäckwagen hergeschafft und unsere Taschen darauf gestapelt. Mohamed, Saloum und Ali und noch ein Mann in weissem Gewand waren da und wieder weg, denn es war noch eine andere Chamäleon-Reisegruppe hier, die sie abholen mussten.

Wir fanden uns in einem klimatisierten Bus wieder, wo Ali, unser Reiseleiter für Sansibar, uns begrüsste. Er war mehr ein Entertainer, als ein Reiseleiter. Man wusste nie, wann er scherzte und wann er ernst war. Er führte uns ins Hotel Maru Maru in Stone Town. Im Innenhof erhielten wir Erfrischungen und dann ging es um die Zimmerverteilung. Ali hatte eine falsche Liste und musste erst die richtige beschaffen. Dann waren wir jedoch alle versorgt. Katja machte noch kurz den Vorschlag, dass wir uns alle, die wollten, um 19:00 Uhr auf der Terrasse treffen könnten, um gemeinsam dort zu essen.

  

Ich hatte jedoch bereits zu Hause ein Lokal ausgesucht, in dem wir das einzige Mal, wo wir "frei" waren, essen wollten. Eigentlich hatten wir vor, zu fragen, ob uns jemand begleiten wollte, doch auf einmal waren alle verschwunden.

So statteten wir uns mit einem Plan aus und zogen los. Als wir an einer Kreuzung den Stadtplan konsultierten, bot uns ein Mann mit Rastas Hilfe an. Ich fragte nach dem "Lukmaan Restaurant" und der Mann bot uns grosszügig an, uns den Weg zu zeigen. Eigentlich hätte es gereicht, wenn er uns erklärt hätte, wo wir langgehen sollten, aber was soll's. Er war ein Fischer und erzählte uns viel über Land und Leute. Auch er betonte wieder, wie hier verschiedenste Ethnien friedlich zusammen leben würden. Blöderweise hatten wir keine Ein-Dollarscheine mehr bei uns, Gelegenheit zum Wechseln in Tansania Schilling hatten wir auch noch nicht und ich machte mir Gedanken, wie wir ihn für seine Hilfe belohnen könnten. Ich stellte mir vor, im Restaurant Geld zu wechseln. Es kam anders: Er führte uns hinein und zeigte uns die Vitrinen und erklärte uns, dass er draussen auf uns warten würde, um uns danach die Stadt zu zeigen. Bevor wir etwas sagen konnten, war er weg.

Ein äusserst freundlicher Kellner kam und erklärte uns ausführlich sämtliche Speisen. Wir bestellten Tintenfisch für mich und einen gebratenen ganzen Fisch für Reiner. Dazu noch Pilau und je einen frischen Fruchtsaft. Das Essen war einfach köstlich, das Restaurant toll und der Preis sehr günstig. Als es ums Bezahlen ging, musste der Kellner die Dollar erst wechseln, da er nur Tansania Schilling hatte. Es war dringend nötig, Geld zu wechseln!

   

In der Zwischenzeit hatte unser "Reiseführer" draussen auf uns gewartet. Wir erklärten ihm, dass wir keine Zeit für eine Stadtführung hätten und morgen eh eine geplant sei. Er reagierte sauer. Die Sansibaren hätten nichts, bräuchten aber auch nicht viel und seien auch so zufrieden. Die Engländer hingegen hätten viel und seien unfreundlich. Vor dem Hotel gaben wir ihm zwei USD, welche wir als Wechselgeld nach Abzug des Trinkgelds zurück bekommen hatten. Der so "hilfsbereite" Fischer war damit überhaupt nicht einverstanden. Er wäre so weit mit uns gegangen und hätte so lange auf uns gewartet… Das ganze positive Erlebnis war damit für mich getrübt.

   

Um 9:00 Uhr war Treffpunkt für einen Stadtspaziergang. Wir baten Ali, uns zuerst zu einer Wechselstube zu führen und einen Stopp bei einer Apotheke einzulegen, da einige Bedarf an Medizin hatten. Rudi brauchte etwas gegen eine Verletzung, die er sich bei einem Sturz im Safariauto zugezogen hatte, Hanspeter litt unter Fieber, dann war da noch Übelkeit und Durchfall ein Thema. Ich selbst brauchte unbedingt eine Salbe gegen Mückenstiche, die mich seit dem Ngorongoro-Krater unheimlich plagten. Der ganze Körper war übersäht und gipfelte sich um die Knöchel. Der ägyptische Apoteker empfahl mir eine Creme und die Einnahme von antiallergischen Tabletten. Die Medikamente waren ziemlich teuer, wirkten aber Wunder. Schon bald nahm die Rötung ab und das Jucken hörte auf.

Es ging kreuz und quer durch die Stadt, vorbei an der katholischen Kirche St. Josef Kathedrale, die an einer Ecke fast an die Moschee grenzte. Ein Hindu Tempel war auch nicht weit davon entfernt, was wieder bewies, wie die verschiedensten Religionen friedlich nebeneinander leben konnten.

Beim Fischmarkt kauften wir nichts, jedoch bei den Früchten schlug Ali hin und wieder zu, um uns Exotisches zum Probieren zu geben. Interessant schmeckten frische sowie getrocknete Mangos mit Chilisalz.

                  

Im Zansibar Coffee House kehrten wir für eine Erfrischung ein. Wer Kaffee mochte, war dort bestens aufgehoben, denn manche meinten, dass sie dort den besten Kaffee ihres Lebens getrunken hätten. Es gab ausserdem eine Hibiskus-Minz-Limonade ganz nach meinem Geschmack. 

Verschwitzt und hungrig kamen wir im Hotel an. Wir gingen auf die Dachterrasse, um eine Kleinigkeit zu essen. Einer nach dem anderen folgte uns. Es dauerte ziemlich lange, bis das Essen kam und es war nichts Besonderes. Im Lukmaan Restaurant gestern war es wesentlich besser. Aber der Hunger war gestillt und wir bereit für einen Abstecher zu zweit in die Stadt mit dem Vorhaben, ein paar Dinge einzukaufen. In einem Laden wurden wir gefragt, woher wir kämen und als wir mit "Switzerland" antworteten, strahlte der Ladenbesitzer. Von da käme ja Shaqiri und als ich ihm erzählte, dass der Fussballer nur ein paar Kilometer von uns entfernt aufgewachsen war, konnte er es kaum fassen.

Mir war bereits auf dem gemeinsamen Stadtspaziergang ein Tuch ins Auge gefallen, das ich jedoch nicht die ganze Zeit mit mir herum tragen wollte. Als wir diesem Händler erneut begegneten, schaffte ich es sogar, den Preis um 30 Prozent runterzuhandeln. Beide waren glücklich. Nun wurde ich richtiggehend umschwärmt von Händlern, die mir hässliche Shirts "zum selben Preis" anboten. Wir konnten sie abwimmeln und noch etwas weiter zu bummeln, bevor wir ins Hotel zurückgingen, um uns frisch zu machen.

 

Um 19:20 Uhr holte uns Saloum, Alis Bruder an der Rezeption ab. Erst waren wir nicht sicher, ob es sich bei Saloum wirklich um den Bruder handelte oder nicht doch um Ali selbst, denn die beiden glichen sich wie ein Ei dem anderen. Beim genaueren Betrachten fielen dann doch Unterschiede auf.

Eigentlich wäre Ali unser Reiseleiter gewesen, doch da am Morgen Saloums Schwager verstorben war und dieser an dessen Beerdigung musste, tauschten die beiden Brüder ihre Touren ab. Ali fuhr Saloums Reisegruppe am Nachmittag zum Strandhotel, dafür begleitete uns Saloum zu der einheimischen Familie, bei der wir heute Abend zum Nachtessen eingeladen waren.

Im Dunkeln gingen wir ein Weilchen durch die Gassen, bis wir vor einem Haus stoppten. Eine Frau mit Kopftuch öffnete uns und bat uns die Schuhe auszuziehen. Aus einem Krug goss sie warmes Wasser auf unsere Hände, damit wir uns diese waschen konnten. Danach wurden wir ins Wohnzimmer geführt, wo auf dem Boden eine Decke ausgebreitet lag und darauf viele mit Strohhüten abgedeckte Teller und Schüsselchen standen. Am Rand der Decke waren Teller und Tassen gedeckt.

    

Gegessen wurde auf dem Boden sitzend von Hand. Saloum zeigte uns, wie das funktionierte. Die Gastgeberin hatte sich unheimlich viel Mühe mit den Speisen gemacht. Es gab Bananen in Kokossauce, Hühnchen, mit Hackfleisch gefüllte Sambusa (die tansanische Art der indischen Samosa), frittierte Fischbällchen, Okraschoten, Auberginen, Tintenfisch, Kartoffelsalat mit Fleisch, Pilau und Sesambrot. Zu trinken gab es neben Wasser einen Masala Tee. Wir waren uns alle einig, das war das beste Essen unserer Reise! Mit dieser Aussage brachten wir die Dame des Hauses in Verlegenheit, doch es musste einfach gesagt werden. Hanspeter war der einzige, der davon nichts mitbekam, denn er lag mit hohem Fieber im Bett.