Dunnottar Castle
Dunnottar Castle

unser schottland – higlands & speyside

Nach ein paar ereignisreichen Tagen in Edinburgh heisst es: "WW - Wildlife & Whisky"!

highlands & speyside

ankunft auf vier rädern

Das Abholen des Mietwagens beginnt bereits mit einer Lektion. Der Uberfahrer, der uns vom Hotel zu Sixt bringt, ist gesprächig – sehr gesprächig. Er ist der festen Überzeugung, dass es Wahnsinn sei, in Edinburgh ein Auto zu mieten, und übt mit uns pflichtbewusst die Verkehrsregeln für den Linksverkehr. Reiner hört höflich zu. Als wir schliesslich einen Škoda Kodiaq übernehmen, meint der Sixt-Mitarbeiter, das sei ein grosses Auto und schwierig zu fahren. Ich mache mir Sorgen – all die kleinen Strässchen, die Single Track Roads, und das in einem SUV. Doch bis auf einen kurzen Umweg wegen der falschen Spur fahren wir souverän aus Edinburgh heraus.


 

 

wildlife hides – eine neue leidenschaft

Der Weg nach Dufftown führt uns zuerst zum Loch Leven, wo wir zum ersten Mal einen Wildlife Hide aufsuchen. Ein Hide – auf Deutsch etwa «Beobachtungsschirm» – ist eine kleine Schutzhütte aus Holz oder Stoff, die Vogelbeobachtern erlaubt, aus nächster Nähe Tiere zu beobachten, ohne sie zu stören. Schmale Schlitze in der Wand ersetzen das Fenster, die Stimmen bleiben gedämpft. Von hier aus lassen sich Tiere erleben, die man sonst nie so nah zu Gesicht bekommt. Diese Hides werden uns auf der ganzen Reise begleiten – wir werden sie lieben lernen.

Ein Fotograf macht uns auf einen Otter aufmerksam – ich sehe etwas ins Wasser abtauchen, aber ob es wirklich einer war, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Ein Fasan stolziert herum, ein Hase lässt sich beobachten. Fasane, das werden wir noch lernen, gehören in den Highlands zum Strassenbild wie anderswo Tauben – mal am Wegrand, mal mitten auf der Fahrbahn, immer unbeeindruckt.

Graugans

Graugans und Fasan

Säbelschnäbler, Graugänse und Rabenkrähe

Graugans

Kiebitz

Kiebitz

Graugans und Kiebitz

Lachmöwe

Lachmöwen

Graugänse

Graugänse

Graugänse im Gleichschritt

Graugans und Kiebitz

Graugänse und Kiebitz

Stockente

Lachmöwen

Feldhase und Graugans von hinten

Graugänse

Weiter geht es nach Glamis Castle, wo wir Eintritt für die Gärten kaufen und die ersten Highland Coos entdecken. Im Restaurant essen wir Suppe und einen Scone mit Clotted Cream und Jam – sehr lecker. Im Garten sind zwei Fasane zu Hause, die so tun, als wären sie die eigentlichen Besitzer des Anwesens.

Glamis Castle

"Fluffy Coos" (Schottische Hochlandrinder)

"Fluffy Coo" (Schottisches Hochlandrind)

Glamis Castle

Schlossrestaurant im Glamis Castle

Schlossrestaurant im Glamis Castle

Schlossrestaurant im Glamis Castle

Glamis Castle

Glamis Castle

Glamis Castle

Nasskaltes Wetter beim Glamis Castle

Historische Bleistatue von King Charles I (1600-1649)

Glamis Castle

Glamis Castle
Glamis Castle
Glamis Castle
Glamis Castle
Das Resultat gibt es bald auf YouTube unter "gaby reist"
Historische Vorderlader-Kanone
Historische Vorderlader-Kanone
Glamis Castle

Fasan

 

 

Den stärksten Eindruck des Tages hinterlässt Dunnottar Castle. Die Burg ist bereits geschlossen, aber das spielt keine Rolle – wir wollen ohnehin nur vom Hügel nebenan auf die Ruine blicken. Die Sonne zeigt sich genau zur richtigen Zeit und taucht alles ins Abendlicht. Wow. Nur kalt ist es, wegen des heftigen Winds.

Scottish Blackface

Scottish Blackface

Dunnottar Castle

Dunnottar Castle

Dunnottar Castle

Dunnottar Castle

Blick auf die Nordsee

Dunnottar Castle

Blick auf die Nordsee

Blick auf die Nordsee

Dunnottar Castle

Stechginster

Scottish Blackface

 

 

 

Unsere Unterkunft in Dufftown, The Milking Sheds, finden wir auf Anhieb. Eine nette Doppelhaushälfte mit allem, was man braucht – grossem Bett, Waschmaschine, liebevoller Dekoration, ohne ins Kitschige abzugleiten.


rund um dufftown

Das Leben in Dufftown beginnt etwas gemächlicher. Im Cozy Coo, nur ein paar Schritte von unserer Unterkunft entfernt und von oben bis unten mit Highland Coos dekoriert, frühstücken wir. Das Essen ist gut, vor allem die Blutwurst, aber üppig und fettig – sogar der Toast ist frittiert. Die anderen Gäste sind durchwegs grummlige Einheimische, die einen Dialekt sprechen, den wir kaum verstehen. Eine nette Erfahrung trotzdem.

Cozy Coo in Dufftown

Cozy Coo in Dufftown

Cozy Coo in Dufftown

Cozy Coo in Dufftown

Cozy Coo in Dufftown

Full scottish breakfast

Wir fahren nach Carrbridge, um die Old Pack Horse Bridge zu fotografieren. Die älteste Steinbrücke der Highlands wurde 1717 erbaut, damit Trauerzüge den Fluss Dulnain auch bei Hochwasser überqueren konnten. Seither nennen die Einheimischen sie auch «Coffin Bridge». Die Brückengeländer wurden im 19. Jahrhundert von einer Flut weggespült, was ihr heutiges zerbrechlich-romantisches Aussehen erklärt. Beim Aussteigen bemerke ich, dass meine Outdoorjacke noch an der Garderobe in der Unterkunft hängt. Bei dem Wetter, das Regen verspricht, könnte das ein Problem werden. Zum Glück bleibt es trocken – kalt ist es trotzdem.

The Cairn in Carrbridge

Old Packhorse Bridge in Carrbridge

 

 

 

 

 

 

Beim Loch an Eilein folgen wir dem Ufer durch einen stillen Wald, das Wasser liegt grau und ruhig unter dem bewölkten Himmel. Auf einer kleinen Insel mitten im See thront die Ruine einer Burg aus dem 13. Jahrhundert, einst Zuflucht vor Wolfsangriffen und später Sitz lokaler Clanchefs. Heute ist sie nur noch ein malerischer Schattenriss – aber genau das macht sie zu einem perfekten Fotomotiv.

Ich weiss, wohin ich will

Loch an Eilein

Loch an Eilein

Loch an Eilein

Loch an Eilein

Loch an Eilein

Loch an Eilein

 

Beim Paddock der Cairngorm Herd lernen wir, dass die rund 150 Rentiere der einzigen freilebenden Rentierherde Grossbritanniens das meiste Jahr auf den Bergen verbringen. Im Paddock beim Besucherzentrum halten sich jeweils nur wenige von ihnen auf Rotation auf – eine Art Erholung vom freien Leben, mit leichterem Zugang zu Futter. Drei solcher Tiere beobachten wir heute, die beharrlich versuchen, an den frisch angepflanzten Rasen zu gelangen. Einem ist es bereits geglückt: Zwei Frauen sind damit beschäftigt, den Zaun zu reparieren, während ihr Kollege mit einem Schlauch den Rasen wässert.

Ein bisschen Spass bei der Cairngorm Herd

Rentier der Cairngorm Herd

Rentier der Cairngorm Herd

Rentier der Cairngorm Herd

Stockente bei der Cairngorm Herd

Rentier der Cairngorm Herd

 

 

Den Abend verbringen wir im Whisky Capitol Inn. Reiners Lammschulter mit Kartoffelgratin ist ein Traum, meine Nudeln mit Lachs und getrockneten Tomaten nicht minder. Danach gönnen wir uns zwei Speyside-Whiskys und ein Whisky-Glacé. Die Planung des nächsten Tags führt zu heftigen Diskussionen – dafür ist wenigstens die Wäsche fertig.

Dufftown Clock Tower

Whisky Capital Inn

Lammschulter im Whisky Capital Inn

Lachsnudeln im Whisky Capital Inn

Whisky Ice Cream im Whisky Capital Inn

Nur ein Dram

Nur ein Dram

 

 


balmoral castle und glenfiddich

Frühmorgens fahren wir zum Tomintoul Bird Hide. Kiebitze zeigen sich, und Hasen – viele Hasen, in voller Aktion. 

Reh

Reh

Reh

Stockentenpärchen

Kiebitz

Kiebitz

Stockentenerpel

Kiebitz

Kiebitz

Kiebitz

Feldhasen und Grosser Brachvogel

 

 

 

Dann das Balmoral Castle: Seit 1852 ist das Schloss im Deeside-Tal der schottische Sommersitz der britischen Königsfamilie. Prinz Albert kaufte das Anwesen für Königin Victoria, die sich in die Landschaft verliebt hatte; seither wurde es von Generation zu Generation erweitert und gepflegt. König Charles III. hat die Gärten in den letzten Jahren weiterentwickelt und den öffentlichen Zugang ausgebaut. Wir besichtigen den schönen, von Prinz Albert angelegten Garten mit seinen gepflegten Rabatten, Gewächshäusern und Obstgärten sowie den Ballsaal im Inneren – den einzigen Raum, den Besucher betreten dürfen und den wir weder fotografieren noch filmen dürfen. Er ist überraschend klein und weniger pompös als erwartet, aber hübsch, und es gibt viel über Queen Elizabeth II. zu erfahren, die in jungen Jahren eine sehr schöne Frau war. Auch ein Whisky ist ausgestellt, den sie zu ihrem 25. Geburtstag geschenkt bekommen haben soll.

Zugang zum Balmoral Castle

Balmoral Castle

Balmoral Castle

Balmoral Castle

Balmoral Castle

Garten des Balmoral Castle

Garten des Balmoral Castle

Garten vor dem Ballsaal des Balmoral Castle

Garten des Balmoral Castle

Blick vom Balmoral Castle auf die Parkanlage

Garten von Balmoral Castle

Bust of Queen Elizabeth II

Balmoral Castle

Treppenturm des Balmoral Castle

Gedenkrelief über dem Haupteingang des Balmoral Tower

Gedenkrelief über dem Haupteingang des Balmoral Tower
Balmoral Castle
Gartentor im Innenhof von Balmoral Castle
Balmoral Castle
Garden Cottage
Garden Cottage
Im Park des Balmoral Castle
Im Park des Balmoral Castle
Historisches Konservatorium im Walled Garden
Rustic Summerhouse (Heather House)

Balmoral Castle

Balmoral Castle

 

 

 

 

 

Die Glenfiddich Distillery – 1886 von William Grant gegründet, bis heute in Familienbesitz und der meistverkaufte Single Malt der Welt – erreichen wir zu spät für eine Führung. Der Name bedeutet auf Gälisch «Tal der Hirsche», was den Hirsch im Logo erklärt. Der hübsche Shop entschädigt uns: ein Dreier-Set Whisky, ein grosses Nosing Glas mit eben diesem Hirsch-Emblem. Der Verkäufer ist herzlich und schenkt uns zwei Gläser dazu. Reiner hält sie für Wassergläser, ich für Tumbler. Schön sind sie – da sind wir uns einig.

Glenfiddich Distillery

William und Elizabeth Grant bei der Glenfiddich Distillery

Glenfiddich Distillery

 

 

 

 

 

 

 


die fischadler vom loch garten

Den schönsten Morgen verbringen wir beim Loch Garten. Bevor das Osprey Centre öffnet, laufen wir den Loch to Loch Trail – so gut wie allein unterwegs, wunderbar still. Wir überraschen einen Wildcamper, der aussieht wie ein kleiner Junge, den man bei etwas Verbotenem erwischt hat. Etwas weiter hören wir Quietschen. Zwei Frauen nehmen ein Bad im eiskalten See. Sie schwimmen lange, unterhalten sich vergnügt – nach dem ersten Schock beim Hineingehen scheint ihnen die Kälte nichts mehr auszumachen. Ich bewundere das sehr. Auf dem Rückweg kommt eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter an uns vorbei, die stolz auf ihrem Fahrrad vorbeizieht. Wir haben soeben eine Show bekommen.

 

Loch Garten

Two Lochs Trail

Two Lochs Trail

Two Lochs Trail beim Loch Garten

Two Lochs Trail beim Loch Garten

Two Lochs Trail beim Loch Garten

Reiner wandert den Two Lochs Trail

Two Lochs Trail beim Loch Mallachie

Two Lochs Trail beim Loch Mallachie

Two Lochs Trail

Reiner beim Bird-Watching

Two Lochs Trail

 

Im Osprey Centre richten sich mehrere Teleskope auf den Horst der Fischadler. Das Männchen sitzt tief darin – auf der Webcam sichtbar, mit dem blossen Auge nicht. Das Weibchen hingegen sitzt auf einem Ast. Ich finde es, versuche Reiner zu erklären, wo – er sieht es lange nicht. Als es zum Horst fliegt und auf dem Rand sitzt, kann auch er es entdecken und ein paar Fotos schiessen. Die Mitarbeitenden erklären geduldig alles, was man wissen möchte.

Kettensägen-Schnitzereien beim RSPB Loch Garten Nature Centre

RSPB Loch Garten Nature Centre

Landschaft beim RSPB Loch Garten Nature Centre

Fischadler im Horst auf einer alten kaledonischen Kiefer

Fischadler im Horst auf einer alten kaledonischen Kiefer

 

 

 

destillerien und ein besonderer abend

Den Nachmittag nutzen wir für die Destillerien der Region. Bei Cardhu gibt es Driver Samples, bei Glenfarclas ein Dreier-Set. Beim kleinen Visitor Center von Aberlour erfahren wir nebenbei, wie Dufftown wirklich ausgesprochen wird. Wir sagen «Dafftaun» – die freundliche Angestellte meint: «Döfden». Ob das dasselbe sei? Wenn es fünf Minuten entfernt wäre, ja. Wir reden aneinander vorbei und verstehen uns trotzdem bestens.

Cardhu Distillery

Cardhu Distillery

Cardhu Distillery

Striding Man und Helen Cumming

Striding Man und Helen Cumming

Glenfarclas Distillery

Brennblase bei der Glenfarclas Distillery

Historisches Pförtnerhäuschen (heute Visitor Center) der Aberlour Distillery

Macallen Distillery von aussen

Macallen Distillery von aussen

Tor der Macallan Distillery

 

 

 

 

 

Einen besonderen Abend verbringen wir in The Maltings, wo uns ein schrulliger alter Schotte empfängt, den wir kaum verstehen, der sich aber nicht nehmen lässt, uns den Kopf vollzuquatschen. Als er erfährt, wo wir untergebracht sind, erzählt er Geschichten über den Besitzer, den Zahnarzt und andere Dorfbewohner. Seine Frau kocht derweil unser Essen – Balmoral Chicken, gedämpfte Pouletbrust, Gemüse, Kartoffeln – und zum Dessert teilen wir uns einen Sticky Toffee Pudding. Alles gut, alles heimelig, als wären wir bei jemandem zu Gast. Zum Abschied erzählt uns die Frau, dass sie selbst keinen Whisky mag – und eine gut gefüllte Whisky-Bar führt. Reiner hat der Abend sehr gefallen. Es ist genau das, was er gesucht hat.

The Maltings whisky bar and restaurant

Reiner in The Maltings whisky bar and restaurant

 

 

 

 

 

 

 

Die Destillerien sind verkostet, die Hides erkundet. Jetzt wartet das Meer. Bald geht's weiter!

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