Am Samstag hiess es früh aufstehen, denn wir hatten Tickets für morgens um sieben Uhr ins Miniatur Wunderland. Wir waren etwa zehn Minuten zu früh da und nicht die ersten. Die Leute drängten hinein, aber weil es der erstmögliche Termin des Tages war, konnten wir an sämtlichen Stationen mit allenfalls minimal kurzer Wartezeit an vorderster Front die Attraktionen betrachten.
In einer Rezension hatte ich gelesen, es sei «halt einfach eine grosse Modelleisenbahn». Aber es ist weit mehr als einfach eine Modelleisenbahn. Zwar fahren überall Züge auf Gleisen durch die Landschaften, aber diese haben es in sich. Tausende winziger Figuren sind liebevoll aufgebaut, von Autorennen über Gondelbahnfahrten, von Flugzeugstart und -landungen über ein DJ-Bobo-Konzert gibt es unzählige Details zu entdecken. Da ist eine Leiche im Wasser, dort vergnügt sich ein Liebespaar im Sonnenblumenfeld und mit etwas Glück bekommt man in der Schweiz ein Täfelchen Lindt-Schokolade.
Ich stand vor der «Elphie» – dem Miniaturmodell, wohlgemerkt – und drückte den Knopf. Das Gebäude öffnete sich wie ein Buch, gab das Innere frei, Musik schwoll an, und für einen Moment vergass ich völlig, dass ich ü50 bin.
Wie ein kleines Kind freute ich mich, wenn Bagger tanzten, ein Kletterer einen Berg erklomm, eine Bahn in Betrieb ging, ein Karussell sich zu drehen begann oder der DJ Bobo ein Konzert gab.
Regelmässig neigte sich der Tag dem Ende zu. Dann gingen die Lichter an und das Nachtleben begann, bis wieder ein neuer Tag erwachte.













Nach zwei Stunden waren wir an jeder Station vorbei, aber zu sagen, wir hätten alles gesehen, wäre übertrieben. Trotzdem war es genug für heute und wir hatten Hunger. Im «Butterbrot Café-Bistro» wurde er gestillt. Das Café hatte für jeden Geschmack etwas auf der Karte und so wurden auch wir schnell fündig.