Mövenpick Hamburg Sternschanze
Mövenpick Hamburg Sternschanze

was soll schon passieren? ostern in hamburg - umsteigen bitte - und nochmals, und nochmals

In Zürich stiegen wir in den Zug nach Stuttgart um. Obwohl die Bahn mit aussergewöhnlich grossem Reiseaufkommen rechnete, bestand der Zug bloss aus vier Zweitklass - und einem Erstklasswagen.

Wir hatten unsere reservierten Sitzplätze kaum bezogen, mussten die ersten Passagiere bereits stehen. Der Ausblick auf den Rheinfall liess mich kurz meinen Ärger vergessen, aber nach der Grenze in Deutschland stiegen so viele Leute zu, dass ein dichtes Gedränge herrschte.

Rheinfall

Der Zugchef gab durch, dass der Zug rappelvoll sei und auf dem Nebengleis ein weiterer Zug nach Stuttgart fahren würde. Eigentlich dürfe er nicht weiterfahren, was er am übernächsten Bahnhof dann auch nicht mehr tat. Es mussten Menschen aussteigen, weil die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte. Allenfalls würde der Zug mit Polizeigewalt geräumt, kam die Durchsage, doch auch diese Drohung brachte nicht viel Bewegung in die Menschenmassen.

Letztendlich war es dann geschafft, wir fuhren mit zwanzig Minuten Verspätung weiter, die Gänge und Eingänge waren jedoch noch immer mit Leuten und Gepäck vollgestopft. Der Weg zum WC war nicht lang, aber äusserst mühsam. Nur mit Müh und Not konnte ich mich an den Menschen vorbeiquetschen. Und als ich es endlich geschafft hatte, war die Klotür minutenlang verschlossen. Schliesslich wurde es mir zu bunt und ich drückte die Klinke herunter, da kam eine Frau mit viel Gepäck raus. Vermutlich hatte sie geglaubt, einen gemütlichen Sitzplatz ergattert zu haben.

Nach rund dreieinhalb Stunden erreichten wir Stuttgart. Die Türen öffneten sich kaum einen Spalt, da drängte sich bereits die wartende Menge durch den Eingang – Koffer gegen Koffer, Ellbogen gegen Rücken. Anstand kennen die wohl nur aus Entfernung. Zum Glück hatten wir genügend Zeit, um trotz Verspätung in den ICE nach Hamburg zu kommen, denn auch das Perron war so voll, dass es nur langsam vorwärts ging.

Im Zug dann die nächste Enttäuschung: Wir hatten den einzigen Platz ohne Fenster. Da aber die beiden Plätze vor uns frei blieben, konnten wir wechseln. Das erste Mal an diesem Tag war die Welt wieder in Ordnung für mich.

Die nächsten gut sechs Stunden Fahrt waren kurzweilig – so hätte es eigentlich von Basel bis Hamburg sein können.

Eine Durchsage, dass der Besitzer eines dunkelblauen Koffers unverzüglich in den Wagen 14 kommen solle, beherrschte die erste Zeit. Der Koffer würde in Mannheim ausgeladen, wenn sich niemand meldete.

Dort angekommen, kam der Schaffner und wies einen Mann an, den Zug zu verlassen, die Polizei warte auf ihn. Reiner holte währenddessen unser Mittagessen im Bistro und brachte die Geschichte mit: Ein Mann hatte randaliert, weil er nicht mit einem Zweihundert-Euro-Schein bezahlen durfte. Nun sei dieser der Polizei übergeben worden. Und ich hatte gedacht, es hätte etwas mit dem blauen Koffer zu tun.

AUCH INTERESSANT

Big Bend National Park - The Window
Big Bend National Park - The Window
Great Sand Dunes National Park
Great Sand Dunes National Park
Garden of the Gods
Garden of the Gods