zwei wochen hongkong - mittwoch - der blogger und der grosse buddha

mittwoch - der blogger und der grosse buddha

Dreiviertel der Ferienzeit war bereits verstrichen und wir hatten noch so viel nicht gesehen, was es Interessantes in Hongkong gab. Und es war Zeit, wieder mal im Tim Ho Wan in Sham Shui Po frühstücken zu gehen. Danach nahmen wir den Bus nach Tung Chung.

der zuvorkommende busfahrer

Wir wussten, dass es eine längere Fahrt werden würde, also setzten wir uns auf unsere Lieblingsplätze und ich fotografierte die Strassen und Häuser. An irgend einer Haltestelle rief der Busfahrer von unten herauf, dass hier Endstation sei und wir aussteigen müssten. Ich fragte ihn, ob denn der Bus nicht nach Tung Chung fahren würde. Doch, aber auf der anderen Seite, antwortete er. Ich war verwirrt und fragte nach dem genauen Abfahrtsort und er erklärte, dass er in fünf Minuten von hier losfahren würde. Wir könnten in der Zwischenzeit den Laden oder die Toiletten aufsuchen, was wir auch machten. Als wir die Toiletten verliessen, winkte er uns, deutete zum Ausgang des Ladens und führte uns zu seinem Bus. Wir bedankten uns herzlich bei ihm und stiegen wieder ein. Nach einigen Minuten Fahrt registrierte ich, dass wir an denselben Gebäuden vorbeifuhren, wie eben schon. Erst da kapierte ich die Antwort "andere Seite" des Busfahrers. Wir hatten es wieder einmal geschafft, den Bus in die falsche Richtung zu nehmen. So hatten wir richtig viel Zeit für Sightseeing.

crystal cabin

In Tung Chung angekommen, mussten wir uns erst orientieren, wo denn nun die Talstation der Ngong Ping Cable Car war. Mit einem kleinen Umweg fanden wir sie und fanden uns wieder einmal in einer Warteschlange wieder. Ich wollte unbedingt mit der Crystal Cabin fahren, das war eine Gondel mit Glasboden. Der Preis war zwar unverschämt viel höher, als mit einer normalen Gondel, aber ich erhoffte mir eine tolle Aussicht. Nun gab es drei verschiedene Warteschlangen: Eine für die normalen Gondeln, eine für die Crystal Cabin und eine für Gruppen. Alle drei mussten etwa gleich lang warten.

Vor uns war ein grosser Amerikaner mit breiten Schultern. Ich half ihm, sein Armband das uns als Crystal-Cabin-Berechtigte kennzeichnete, zu schliessen und er bot uns im Gegenzug einen Kaugummi an. Ebenfalls in der Reihe vor uns waren einige Personen mit Kinderwagen und ich hoffte, unsere Kabine nicht mit einem solchen teilen zu müssen, denn dann hätten wir nichts von dem teuren Glasboden gehabt.

Wir hatten Glück und wurden mit dem Amerikaner und zwei asiatischen Pärchen hochgefahren. Der Amerikaner filmte mit einer 360-Grad-Kamera, sprach "live on facebook" und fand alles "amazing" und "breathtaking". Wenn man ihm zuhörte, konnte man meinen, man sei in einem Actionfilm. Zwischendurch sollten wir vor der Kamera unseren Enthusiasmus zur Schau stellen, doch ich fühlte mich total unwohl. Ich mag nicht gefilmt zu werden und schon gar nicht übertriebene Phrasen von mir zu geben. Trotzdem fand ich die Situation auch irgendwie witzig und die Aussicht auf den Hafen, die Hügel und den grossen Buddha sehr schön.

 

ngong ping village

In Ngong Ping Village erwartete uns ein Dorf voller Restaurants, Läden und Kühen. Wie selbstverständlich wanderten sie durch das Dorf und über den grossen Platz, grasten an der Seite und fanden es überhaupt nicht lustig, von den Touristen fotografiert zu werden, ansonsten waren sie sehr friedlich.

 

Da sich die Sonne hinter dem berühmten Tian Tan Buddha befand, lag er im Schatten und sein Gesicht war schlecht zu erkennen. Nächstes Mal müssen wir früher aufstehen. Trotzdem war es eine imposante Erscheinung und auf jeden Fall sehenswert.

 

Wir gingen den Pfad der Weisheit und beim Rückweg besichtigten wir das farbenfrohe Kloster. Viele Bereiche waren für Touristen nicht zugänglich, so begnügten wir uns mit einem Blick in die Grand Hall of Ten Thousand Buddhas des Po Lin Klosters, der Aussenansicht und dem Beobachten der Leute auf dem Platz davor.

      

Der Tag neigte sich dem Ende zu und wir steuerten die Ngong Ping 360 an. Dieses Ziel hatten unzählige andere auch und warteten auf die Abfahrt, während wir mit unserem Crystal Cabin-Bändchen einfach an ihnen vorbeispazieren konnten. Nun waren wir richtig froh, etwas mehr Geld in die Hand genommen zu haben. Unsere Mitreisenden, zwei Franzosen und ein asiatisches, aber nicht chinesisches Pärchen, waren sehr angenehme Personen, so dass ich die Fahrt sehr geniessen konnte. Langsam begann die Sonne unterzugehen und der Himmel färbte sich in ein leuchtendes Orange.

 

symphony of lights

Diesmal nahmen wir nicht den Bus, sondern die MTR bis zur Hong Kong Station und gingen von dort zum Star Ferry Pier. Inzwischen war es ziemlich dunkel geworden und die Lichter der Hochhäuser kamen wunderbar zur Geltung. Für die Fahrt rüber nach Tsim Sha Tsui war leider kein Fensterplatz mehr frei, dafür fanden wir ein schönes Plätzchen am Kowloon Public Pier, um das Symphony of Light zu geniessen. Die tägliche Lichtershow war gratis und wurde durch Musik untermalt. Auf dem Wasser fuhren Tschunken mit roten oder blau-weissen Segeln und kleinere sowie grössere Boote. Der gesamte Pier war von Menschen gesäumt. Als das Spektakel vorbei war - wobei ich die Show an sich nicht ganz so spektakulär fand - strömten die Leute in alle Richtungen davon. Am Fussgängerstreifen war kaum Platz genug für alle die Menschen, die gleichzeitig die Strasse überqueren wollten. Irgendwann verteilte sich das Ganze und wir beschlossen den Abend mit einem leckeren Essen in einem einfachen, aber guten Restaurant.