andalusien - eine neue liebe - 07.06. - 10.06.2017 - málaga

07.06. - 10.06.2017 - málaga

hotel boutique teatro romano

Schräg gegenüber dem Teatro Romano befand sich unser Hotel. Wir stellten unseren Mietwagen in ein nahegelegenes, öffentliches Parkhaus. Der Hoteleingang war in der Fussgängerzone zwischen dem Burger King und dem Restaurant La Plaza. Die rund zwölf Zimmer befanden sich im ersten Stock. Wir wurden sehr herzlich begrüsst und informiert, dass das Frühstück im Preis inbegriffen sei. Das überraschte uns, denn gebucht hatten wir ohne Frühstück.

Das Zimmer gefiel uns sehr gut und das kleine, aber feine Frühstück genauso. Die charmanten Besitzer oder Angestellten gaben sich extrem viel Mühe, den Gästen die Wünsche von den Augen abzulesen. Das Hotel hatte viel Charme und die Lage mitten in der Altstadt war bestechend.

santa iglesia catedral basílica de la encarnación und umgebung

      

Auch diese Kathedrale wurde auf den Mauern einer Moschee erbaut. Wegen Geldmangels wurde nur einer der beiden geplanten Türme fertiggestellt, was der Kathedrale den Namen "La Manquita" (deutsch: kleine einarmige Dame) einbrachte. Der Innenraum war reich verziert, aber nicht mit einer Kathedrale von Granada oder gar Sevilla vergleichbar. So waren wir auch bald mit der Besichtigung fertig und wandten uns wieder dem Strassenleben von Málaga zu.

weinmuseum

Das Weinmuseum hatte das Ziel, die Weine aus Málaga noch bekannter zu machen. Die Ausstellung war auf zwei Etagen verteilt. Unten waren hauptsächlich alte Etiketten, Werbeplakate und Weinflaschen ausgestellt. Oben wurde die Geschichte des traditionellen Handwerks erzählt. Anhand der alten Gerätschaften wurde gezeigt, wie früher Wein hergestellt wurde. Das fand ich besonders interessant. Am Ende des Durchgangs gab es noch eine Weinprobe.

museo picasso

Meist sahen wir eine lange Schlange beim Eingang zum Picassomuseum, welches sich ganz in der Nähe unseres Hotels befand. Deshalb entschieden wir uns, gleich um 10:00 Uhr, wenn das Museum öffnet, dort zu sein. So hielt sich das Anstehen in Grenzen. Das Picassomuseum befand sich im Renaissancepalast Palacio de los Condes de Buenavista. Das Gebäude für sich war schon ein Besuch wert. Aber auch die Ausstellung selbst fand ich äusserst interessant. Auch wenn nicht die bekannten Werke ausgestellt wurden, so bekam man über den Audioguide sehr viel Hintergrundinformationen zu Picasso und seinem persönlichen sowie familiären Umfeld mit.

hafengebiet

    

Der Paseo del Parque war eine wunderschöne Parkanlage am Hafen. Hier beobachteten wir kleine und grosse Kinder beim Spielen. Manche waren geschickt, andere weniger, manche hübsch angezogen, andere weniger. Dasselbe galt für die Eltern und Grosseltern, die ihre Schützlinge kaum aus den Augen liessen.

Am Hafen selbst lag eine riesige und bestimmt sehr teure Yacht vor Anker. Während diese vor allem Reiners Aufmerksamkeit auf sich zog, so war ich mehr auf das Centre Pompidou Málaga fixiert. Die bunten Glasscheiben gefielen mir besonders gut.

Wir gingen den Paseo del Muelle Uno entlang bis zum Leuchtturm "La Farola De Málaga" und von dort zum Strand. Dieser war nicht nach unserem Geschmack. Wir entschieden, in Málaga nicht baden zu gehen. Es gab ja genug zum Besichtigen. Ausserdem waren wir vom Flair der Stadt so angetan, dass wir lieber wieder durch die Strassen flanieren und in die tollen Bars und Restaurants einkehren wollten.

mercado central atarazanas

  

Wie ich bereits in Córdoba beschrieben hatte, liebe ich Markthallen. Von daher war es für mich ein Muss, die Markthalle mit ihrem bunten Tor, dem Puerta de Ataranzas, anzuschauen. Drinnen begegneten wir vielen frischen Fischen und Meeresfrüchten, Fleisch, Gemüse und Obst. Würde ich in Málaga leben, würde ich vermutlich nur noch hierher zum Einkaufen kommen. Die einstige Schiffswerft von Málaga war absolut sehenswert.

drinks und tapas

Wir liessen es uns gut gehen, kehrten hier ein und tranken da ein Glas Weisswein oder einen Tinto de Verano. Auch die einen oder anderen Tapas wanderten in unseren Mund. Speziell erwähnen möchten wir ein paar Restaurants, die einen besonderen Eindruck bei uns hinterlassen hatten.

restaurante gastrobar 21 bou

Mir gefiel hier das Ambiente draussen an den hohen rustikalen Holztischen. Im Fenster hingen Schinken und Knoblauch. Ein Schinkenschneider schnitt Scheiben vom Ibérico ab, den wir natürlich kosten mussten. Schmeckte wie immer sehr gut.

pepa y pepe

Auf der Terrasse dieses Restaurants wollten wir ein paar Tapas zum Mittagessen einnehmen. Draussen waren über 30°C, aber trotzdem waren die Heizstrahler an. Wir mussten den Platz wechseln, sonst hätten wir es nicht ausgehalten. Das Essen selber war gut, aber nichts Besonderes.

cerveceria la sureña

Auch dieses Lokal erwähne ich nicht wegen der besonderen Qualität der Speisen, sondern weil es sehr preisgünstige Specials angeboten hatte. Zum Beispiel standen mit Eis und kleinen Bierchen gefüllte Blecheimer parat, von denen rege Gebrauch gemacht wurden. Auch zum Essen gab es zwei Gerichte zum Preis von einem. Leider sah ich an anderen Tischen viel Essen, das zurückging, weil die Leute einfach über ihren Appetit hinaus bestellt hatten.

la plaza Tapas

  

Dieses Restaurant lag unmittelbar unter unserem Hotel und neben dem berühmten El Pimpi. Es hatte einen schönen Aussensitzplatz mit Blick auf die Alcazaba. Für uns ein guter Ort, um einen Schlummertrunk zu genehmigen. Die Aussicht auf die schwach beleuchtete Alcazaba war wunderschön. Noch toller war es, als der Vollmond genau dahinter aufging. Leider liess sich das mit dem Handy nicht wirklich gut abbilden, aber in unserem Gedächtnis wird der traumhafte Anblick für immer bleiben.

el pimpi

Das El Pimpi ist eine einzigartige Bodega. Früher war das Gebäude ein Kloster und beherbergte vor dem Erwerb durch die Brüder Francisco und José Cobos einen Festsaal. Die beiden stammten aus Córdoba, was sich im Innern der Bodega manifestierte. Wie die Patios in Córdoba, wurde auch der untere Bereich des El Pimpi mit Blumen und Pflanzen geschmückt. Viele Berühmtheiten waren hier schon zu Gast - zum Beispiel die Familie Picasso, Carmen Thyssen, Antonio Banderas und viele mehr. Im unteren Bereich konnte man die Schnappschüsse von einigen berühmten Gästen an der Wand hinter der Bar bewundern.

Die Tapas waren gut, aber es gab bessere. Was aber einmalig war, war das Ambiente. Überall hingen Weinfässer, bunte Gemälde und eben die erwähnten Fotos. Auch wenn es inzwischen ziemlich touristisch war, fand ich einen Besuch lohnenswert. Schliesslich waren wir ja auch Touristen.

taberna cervantes

Die besten Tapas der Stadt soll es im El Tapeo de Cervantes geben. Das wollten wir prüfen, doch leider gab es keinen Platz mehr für uns. Wir konnten wählen, ob wir warten oder in "La Taberna de Cervantes" wollten, welches um die Ecke lag und durch die Frau des Besitzers des Tapeo geführt wurde. Die Küche sei dieselbe. Wir entschieden uns für die Taberna, die fast ausschliesslich von Frauen betrieben wurde. Wir wurden sowas von herzlich behandelt, als wären wir langjährige Freunde. Zum Essen bestellten wir einen Pulpo brasa und eine Entenbrust. War das lecker! Der Pulpo war super gewürzt und auf den Punkt gegrillt, die Ente kam mit einer köstlichen Sauce und schmackhaften Streuseln. Wir waren so begeistert, dass wir gleich für den Abend reservierten.

Auch am Abend bekamen wir Köstlichkeiten serviert. Ich liebe Blutwurst, also bestellten wir Morcilla. Ausserdem gab es noch Carrillada (deutsch: Schweinebäckchen) und ein Tatar de Gambon. Alles war wieder erstklassig und die Aufmerksamkeit der Bedienung sowie der Wirtin waren einmalig. Diese Aufmerksamkeit bekam auch ein alter Mann, der scheinbar öfters hier essen ging. Er setzte sich ans Fenster und trank einen Kaffee. Er wollte wissen, woher wir kämen. Er selbst war Ire, was ich nicht vermutet hätte. Nur sein Englisch war gewöhnungsbedürftig. Als Abschluss gab es für jeden Gast einen Limoncello. Der Ire liess seinen zurückgehen und als er sah, dass wir einen tranken, bestellte er seinen wieder, stiess mit uns an und gab seinen Limocello uns zum Trinken. Das war so süss.