andalusien - eine neue liebe - fazit

fazit

Ich hatte nicht erwartet, dass ich mich in ein Land oder eine Region so verlieben könnte. Es fing in Granada an und hörte in Málaga auf. Jede Stadt für sich hatte ihren besonderen Charme. Ich könnte nicht sagen, was mir am besten gefallen hätte. Besonders auch Málaga, von dem viele sagten, es hätte ihnen nicht so gefallen, eroberte mein Herz im Sturm. Es lag daran, dass sich hier nicht nur Touristen tummelten, sondern auch die Einheimischen auf den Strassen und in den Cafés waren. Die Stadt lebte und ich mit ihr.

kulinarisches

In den meisten Restaurants und Bars gab es Speisen in drei Grössen: Tapas (kleine Happen), media raciones (halbe Portionen) und raciones (Portionen). Am liebsten mochte ich es, wenn wir uns mehrere Tapas teilten und so eine grosse Vielfalt an verschiedenen Speisen versuchen konnten. Fast alles, was ich kostete, schmeckte mir ausgezeichnet. Wir probierten so ziemlich jede Spezialität, die angeboten wurde. Hier eine Liste der Speisen und Getränke (unsortiert und unvollständig), die uns auf unserer Reise serviert wurden:

  • Jamón Ibérico (iberischer Schinken): Ein echter Jamón Ibérico muss von schmackhaftem Fett durchzogen sein und schön glänzen. Wer ihn einmal probiert hat, wird keinen Rohschinken mehr im Discounter bei uns kaufen. Gute Qualität hat aber auch in Spanien seinen Preis. Für eine Portion (media ración) musste man mit rund 20€ rechnen.
  • Aceitunas (Oliven): Die wurden sehr, sehr oft zu einem Glas Wein serviert. Sie schmeckten sehr unterschiedlich. Meist waren sie ziemlich klein, grün und mit Stein. Manche waren leicht bitter, andere etwas feiner im Geschmack.
  • Tostada Tomate y Aceite (getoastetes Brot mit Tomaten und Olivenöl): Das war das beliebteste Frühstück der Andalusier und auch ich liebe dieses herrliche Brot. Neben den gehackten Tomaten kann es auch noch mit Ibérico-Schinken belegt sein, was es noch etwas edler macht.
  • Chocolate con Churros / Churros y Chocolate (Schokolade mit Churros): Die frittierten Teigstangen werden in die dickflüssige, heisse Trinkschokolade getunkt und zum Frühstück verspeist. Wenn die Churros frisch zubereitet wurden und die Schokolade die richtige Temperatur von 75° - 80°C hatte, war dies eine delikate Angelegenheit. Allerdings ist es nichts für Diätwütige.
  • Café con leche (Kaffee mit Milch): Ich trinke zu Hause keinen Kaffee, ausser es ist viel Milch drin (sprich: Latte Macchiato). In Andalusien kam ich auf den Geschmack, denn der Café con leche war ein milder, nie bitterer Kaffee in einem kleinen Glas mit etwas Milch. Er schmeckte immer sehr lecker und wurde auch von den Einheimischen gerne zum Frühstück getrunken.
  • Manchego mit Melasse, Baumnüssen und Rosinen: Diese Tapa wurde uns in einem Café zu einem Getränk serviert. Es war einfach, aber sehr lecker.
  • Habas con Jamón (Bohnen mit Speck): Die dicken, grünen Bohnen waren eine Spezialität in Granada, die auch ich sehr mochte.
  • Chipirones fritos (kleine, frittierte Tintenfische): Je nach Qualität waren diese Tintenfischchen ein Gedicht! Es konnte aber auch vorkommen, dass sie nicht ganz sauber ausgenommen wurden oder das transparente Fischbein noch drinsteckte.
  •  Berenjenas (Auberginen): Frittiert sahen sie wunderbar aus, aber meist waren die frittierten Gerichte in Andalusien nicht gewürzt und somit etwas fad.
  • Albóndigas (Hackbällchen): Wer kennt sie nicht, diese tollen Hackbällchen? Wir assen sie mehrfach, aber nie mit einer Tomatensauce, wie wir sie hier gewohnt sind. Ich glaube, jedes Restaurant hatte sein eigenes Rezept für Albóndigas.
  • Mazamorra (kalte Mandelsuppe): Ich hätte mich reinlegen können!
  • Ensaladilla (russischer Salat): Ich dachte, russischer Salat wäre ausser Mode. Doch in Andalusien gab es den in fast jedem Restaurant und wurde auch rege bestellt. Mir schmeckte er auch sehr gut, vor allem, wenn er mit frischen Zutaten zubereitet wurde.
  • Alcachofas (Artischocken): In einer Tapería bekamen wir sie cremig weich und so lecker, dass ich am liebsten den Teller ausgeleckt hätte.
  • Bacalao confitado (confierter Stockfisch): Bacalao ist in vielen südlichen Ländern eine Spezialität. Die Variante, wie wir ihn in einer Tapería in Granada serviert bekamen, schmeckte mir sehr gut.
  • Solomillo Ibérico (Schweinefilet vom Ibérico-Schwein): Reiner mochte das Fleisch sehr, egal ob mit Whiskey-Sauce oder kurz gebraten, ich ass andere Dinge lieber.
  • Salmorejo Cordobés (kalte cordobésische Suppe): Die kalte, dickflüssige Suppe aus der Region Córdoba wird meist als Vorspeise gegessen. Im Gegensatz zu einer Gazpacho ist sie deutlich dickflüssiger und es wird keine Gurke verwendet. Auch Peperoni gehört nicht in eine richtige Salmorejo. Die dickflüssige Konsistenz kommt von der Verwendung von Brot, das man aber nicht schmeckt.
  • Croquetas (Kroketten): Diese Kroketten gibt es aus verschiedensten Zutaten: Fisch, Schinken, Ochsenschwanz und Hühnchen waren die beliebtesten. Aber auch Kroketten aus Blutwurst wurden in Andalusien gerne gegessen. Ich hätte die frittierten Bällchen zu jeder Mahlzeit bestellen können.
  • Rabo de Toro (Ochsenschwanz): Dieses Schmorgericht ist eine Spezialität in Córdoba. Der Geschmack steht und fällt mit der Sauce. Wenn die gut abgeschmeckt war, schmeckte der Ochsenschwanz einfach nur himmlisch.
  • Espinacas rehogadas (sautierter Spinat): Neben den fisch- und fleischlastigen Speisen war eine Portion Spinat eine Wohltat.
  • Carne al Jerez (Fleisch mit Sherry): Ob Fleisch oder Champignons, vieles wurde mit einer Sherrysauce gekocht und bekam dadurch einen feinen Geschmack.
  • Morcilla frita (frittierte Blutwurst): Manche lieben sie, manche hassen sie, die Blutwurst. Ich liebe sie in jeder Variante und war sehr glücklich, sie auf der Speisekarte zu finden.
  • Ensalada de Papa (Kartoffelsalat): Eine beliebte Tapa ist der Kartoffelsalat. Es gibt ihn mit und ohne Mayonnaise, aber immer mit viel Olivenöl und sehr lecker. Die Andalusier hatten extrem schmackhafte Kartoffeln, wie ich sie in der Schweiz noch nie gegessen hatte.
  • Atún (Thunfisch): Gekochten Thunfisch mit Zwiebeln oder auf Kartoffelsalat war vor allem in der Nähe des Atlantik immer wieder eine Spezialität. Ich mochte den Thunfisch lieber roh oder luftgetrocknet.
  • Atún rojo (roter Thunfisch bzw. Gelbflossenthunfisch): Die Almadraba, der traditionelle Thunfischfang an der Costa de la Luz, beginnt Anfang März und endet im Frühsommer. Am besten schmeckte dieser frisch gefangene Thunfisch roh als Sashimi, Carpaccio oder Tatar, aber auch als Tataki war er herrlich.
  • Mojama (luftgetrockneter Thunfisch): Der Thunfisch wird luftgetrocknet und dünn aufgeschnitten mit Olivenöl serviert. Die Spezialität hat ein intensives Aroma. Sie wird auch Pata Negra vom Thunfisch genannt.
  • Pulpo al Ajillo (Krake in Knoblaucsauce): Frisch aus dem Meer schmeckte der Tintenfisch ausgezeichnet. Der Knoblauch, das Lieblingsgewürz der Andalusier, gab ihm ein besonderes Aroma.
  • Pulpo brasa (gegrillter Oktopus): Ein Gedicht!
  • Mejillones (Miesmuscheln): Dass diese Miesmuscheln kalt serviert würden, damit hatte ich nicht gerechnet. Der Geschmack war okay, aber dass der Bart noch drinsteckte, war nicht so meins. Ich werde keine Mejillones mehr bestellen, auch wenn ich ihnen damit vielleicht unrecht tue.
  • Langostinos (Garnelen): Preis war keiner angeschrieben, aber da es eine Spezialität in dem Lokal sein sollte, bestellten wir 6 Stück. Der Preis von 28€ war hoch, aber für die Qualität gerechtfertigt.
  •  Paella: Das spanische Reisgericht kommt aus der Region Valencia, wird aber auch in Andalusien immer mal wieder gerne gegessen. In Sevilla sahen wir sogar einen Velo-Paella-Lieferdienst. In eine grosse runde Kiste, die vorne am Fahrrad angebracht war, wurde die Paella gefüllt und dann fuhr der Kurier mit dem dampfenden Reisgericht davon.
  • Gebackener Camembert mit Preiselbeermarmelade: Ob dies typisch andalusisch ist, wage ich zu bezweifeln, aber das schmackhafte Gericht stand auf mehreren Speisekarten drauf.
  • Calamares Fritos (frittierte Tintenfischringe): Die kennt wohl jeder. Auch wir haben sie ein, zwei Mal gegessen und sie waren immer sehr zart und gut.
  • Entenbrust mit Zitrussauce und Streuseln: Göttlich!
  • Tatar de Gamarón (Garnelentatar): Mit viel Koriander schmeckte es sehr erfrischend.
  • Pimientos de Padrón (Grillpeperoni): Die grünen Spitzpeperoni werden kurz in Olivenöl frittiert und mit grobem Meersalz bestreut serviert. Sehr gut!
  • Carrillada (Schweinebäckhen): Das gelatinehaltige Fleisch wird geschmort und in einer schmackhaften Sauce serviert. Einfach köstlich!
  • Ensalada de Pimientos Asados con Rulo de Cabra Caramelizado (gegrillte Peperoni mit karamelisiertem Ziegenkäse): Auch nicht unbedingt typisch andalusisch, aber sehr lecker!
  • Espárragos Verdes al la Plancha con Lascas de Parmesano (Gegrillter, grüner Spargel mit Parmesan): Lecker!
  • Andalusischer Karottensalat: Sehr erfrischend
  • Tortillitas de Camarones (Krabbenküchlein): Krosse und sehr gut gewürzte, fettige Leckerbissen.
  • Cazón Adobo (gebeizter Katzenhai): Es war aussergewöhnlich, die Marinade war mir etwas zu intensiv. Reiner fand es sehr lecker und verputzte auch den Grossteil unserer halben Portion.
  • Manzanilla: Manzanilla ist ein trockener, gespriteter Weisswein, der zu der Gruppe der Sherrys gehört. Er wird ausschliesslich in Sanlúcar de Barrameda aus Mosten der Palomino Fino Rebe gekeltert und schmeckt mir besser, als der Fino, weil er feiner im Geschmack ist.
  • Fino: Dieser trockene Sherry reift unter einer dicken Florschicht ohne oxidativen Einfluss. Er verbringt drei bis zehn Jahre in der Solera. Er wird kühl als Aperitif oder zum Essen getrunken.
  •  Tinto de Verano (Sommerwein): Wörtlich übersetzt heisst das erfrischende Getränk "Dunkelfarbener vom Sommer" und so sieht er aus. Er besteht aus einem Gemisch aus Rotwein und Gaseosa (Zitronenlimonade) und wird mit Eiswürfeln und einer Zitronenscheibe serivert. Wir tranken ihn zwischendurch und zu den Mahlzeiten. Neben Weisswein war das mein Lieblingsgetränk auf unserer Rundreise durch Andalusien.