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Die Insel bietet unglaublich viele Strände. Doch wir begnügten uns nur mit zwei bzw. einem dritten, an dem wir den Kitesurfern zugeschaut hatten.

playa de la pinta (puerto colón)

playa de la pinta, 38660 Costa Adeje

Unser Hotel befand sich zwar am Meer, doch der nächste Strand lag trotzdem ein paar Hundert Meter Fussmarsch entfernt. Der Playa del Bobo wäre vielleicht ein bisschen näher gewesen, aber dort war die Liegestuhlvermietung eingestellt, deshalb wanderten wir meist an den Playa de la Pinta, wenn wir einen Strandtag einlegen wollten.

Es gab vier Gruppen von Liegestühlen mit kleinen Strohsonnenschirmen. Zwei Liegestühle und ein Sonnenschirm kosteten 12 Euro (6 Euro pro Liegestuhl) für den ganzen Tag. Die Bezahlung war einfach: Man legte sich hin, irgendwann kam der Liegestuhlvermieter, um die Gebühr zu kassieren und händigte eine Quittung aus. Die Liegestühle waren bequem und dadurch, dass sie geflochten waren, konnte der Sand hindurch auf den Boden rieseln.

Diverse Händler versuchten, ihre Waren an den Mann zu bringen. Einer verkaufte riesige Donuts, die er mit "Doooouuuuunats" anpries. Wäre ich ein Schleckmaul, wäre ich dem bestimmt erlegen. Einige boten teilweise sehr schöne und grosse Tücher an, ein anderer Uhren und Sonnenbrillen. Ein Nein wurde meist sehr schnell akzeptiert. Damit konnte ich gut leben. Ein besonders witziger Tuchverkäufer fragte mich jedes weitere Mal verschmitzt, ob ich jetzt meine Meinung geändert hätte. Obwohl sie uns immer englisch ansprachen, bemühte ich mich, spanisch zu antworten. Eine Ausnahme war der einzige Verkäufer mit heller Hautfarbe. Er kam vor 25 Jahren aus London nach Teneriffa und verstand trotz der langen Zeit kaum Spanisch. Wir buchten bei ihm eine Bootsfahrt für den nächsten Tag.

Der feine Sand sah weiss aus, aber an den schwarzen Füssen erkannte man, dass dies eine Täuschung sein musste. Einzelne Steinchen gab es im Wasser und an der Stelle, wo das Meer auf den Strand traf. Es herrschte Rauchverbot, was auch kontrolliert und durchgesetzt wurde. Dadurch waren keine Zigarettenstummel im Sand vergraben und auch sonst war der Strand sauber. Überwacht wurde die Bucht durch einen Bademeister auf einem Hochsitz und mindestens zwei Rettungsschwimmern, die immer wieder patroullierten.

Das Wasser war mit 24 Grad angenehm warm und durch die Wellenbrecher glatt. Man konnte immer wieder Boote und Jetskis vom angrenzenden Puerto Colón her auf den Antlantik hinausfahren sehen. Mir fehlte durch die Wellenbrecher und den Hafen etwas der freie Blick aufs offene Meer hinaus.

Der Strand war ganz gut besucht. Der Abstand von mindestens zwei Metern konnte aber jederzeit eingehalten werden. Viele Familien mit kleinen Kindern konnten wir beobachten. Die meisten sprachen spanisch, die restlichen Besucher unterhielten sich vorwiegend französisch. Deutsch, englisch und andere Sprachen hörten wir nur selten.

Für Gäste, die in Fussnähe zum Strand wohnen, kann ich den Strand empfehlen, aber eine längere Anreise würde ich dafür nicht in Kauf nehmen.

   

playa del médano

Playa del Médano, 38612 Provinz Santa Cruz de Tenerife

Das kleine Fischerdorf "El Médano" ganz im Süden der Insel ist auch als "Surf City" bekannt, weil dort wegen des ständig wehenden Windes beste Verhältnisse zum Kite- oder Windsurfen herrscht. Viele Surfschulen bieten diverse Kurse an.

Wir steuerten den Strand bewusst deswegen an, denn wir wollten den Kitesurfern in Action zuschauen. Wir hatten Glück, noch einen Parkplatz zu ergattern. Ich fühlte mich ein bisschen deplatziert unter den ganzen Sportlern, liess mich aber nicht beirren und setzte mich auf einen Felsen etwas oberhalb des Strandes. Das Treiben war faszinierend. Immer wieder sahen wir einen Surflehrer, der festgebunden an seinen Schützling ins Wasser watete, bis letzterer startete.

Andere waren bereits fortgeschritten und präsentierten uns ihre Tricks. Ich hatte den Eindruck, dass sie uns wahrnahmen und extra nah bei uns in die Luft sprangen und Saltos versuchten. Ich freute mich ab besonders gelungenen Tricks und hohen Sprüngen. Inzwischen hatten sich noch zwei andere am Rand des Strandes eingefunden, um die Kiter zu fotografieren.

Das Flair war ein ganz anderes, als an Badestränden, wo es für einige darauf ankam, sich möglichst modisch zu präsentieren. Hier stand der Spass im Vordergrund. Es machte richtig Lust, ebenfalls ein Board und Kite zu schnappen und es auszuprobieren.

        

playa de las teresitas

Playa de las Teresitas, 38129 Santa Cruz de Tenerife

Angeblich soll dies der schönste Strand der Insel sein. Das musste ich sehen. Wir fuhren an einem eher trüben Tag nach einem Besuch des botanischen Gartens von Puerto de la Cruz dahin.

Die Anfahrt von der etwa zehn Kilometer entfernten Hauptstadt Santa Cruz aus war alles andere als schön. Entlang des Hafens, an dem gerade "Mein Schiff", ein Kreuzfahrtschiff von Tui, angelegt hatte, war es noch spannend. Danach fuhr man jedoch an stinkenden Öltanks vorbei. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass nur ein paar wenige Kilometer weiter der schönste Strand Teneriffas sein sollte.

Auf der Höhe des Flow Beach Clubs, einer kleinen Strandbar mit Liegestuhlservice, stellten wir unser Auto ab. Ein paar Liegestühle warteten auf Besucher, aber es waren keine Schirme aufgestellt. Ich fragte den Angestellten nach einem Sonnenschirm und er fragte zurück, ob wir einen mieten wollten. Verwirrt bejahte ich, denn kaufen wollten wir so ein Ding ja nicht. Er brachte den Schirm, spannte ihn auf und wollte wissen, woher wir kämen. Auf die Antwort "de Suiza" erzählte er uns, dass sein bester Freund aus Basel sei. Ich war so darauf eingestellt, mein Spanisch auszuprobieren, dass ich lustigerweise das Wort "Basel" zuerst nicht verstand. Ahhhh, Basilea! Ja, genau von dort kommen wir auch. Zufälle gibt es. Für die beiden Liegestühle und den Sonnenschirm bezahlten wir 6 Euro (2 Euro pro Gegenstand). Im Nachhinein kam ich darauf, dass der Liegestuhlvermieter mir vermutlich den Schirm nicht verkaufen wollte, sondern nur überrascht war, dass jemand bei überwiegend bedecktem Himmel überhaupt einen brauchte.

Wir kehrten am Sonntag zu diesem wundervollen Strand zurück. Meine Befürchtung, dass der bei Einheimischen beliebte Strand überfüllt sein könnte, steigerte sich noch, als sich die Autos bei der Parkplatzeinfahrt stauten. Der Parkplatz bestand aus zwei Einbahnstrassen - eine für die Hin- und eine für die Rückfahrt. An beiden Strassen waren beidseitig Parkplätze angeordnet. Die Schattenplätze waren bereits belegt, aber an der Ausfahrtsstrasse waren noch einige Sonnenplätze frei.

Der Strand war zwar gut besucht, aber bei weitem nicht so schlimm, wie befürchtet. Nur sehr wenige Liegestühle waren belegt. Die Strandbar bot vier Himmelbetten zur Vermietung an. Auf jeder Seite der Bar standen zwei der Betten, die durch zwei Gruppen Geburtstag feiernder Leute belegt waren. In jeder Gruppe waren es etwa zwölf bis fünfzehn junge Menschen, die gemütlich zusammensassen und Cocktails schlürften. Das war das einzige Mal, wo wir beobachten konnten, dass die Schutzregeln nicht eingehalten wurden, denn Zusammenkünfte mit mehr als zehn Personen waren untersagt.

Der dritte und letzte Besuch meines Traumstrandes war am Freitag vor unserer Abreise. Wir konnten zum Abschluss nochmals herrlichen Sonnenschein und klares Meerwasser geniessen. Auch an diesem Tag war nur wenig los, aber mehr, als ich unter der Woche erwartet hätte. Einige kleine Kindern tollten herum, während ihre Mütter sich einen Drink genehmigten. Ausländische Touristen konnten wir nur sehr wenige ausmachen.

Im Gegensatz zu den für Teneriffa charakteristischen schwarzen Stränden war dieser goldgelb. Das lag daran, dass etwa 100'000 Kubikmeter feinster Sand aus der Sahara hierher gebracht wurden. Auf der Südwestseite der eineinhalb Kilometer langen Bucht klebte das bunte Dörfchen San Andrés am Hang. Im Rücken des palmengesäumten Strandes konnte man den öffentlichen Bus dabei beobachten, wie er an der schroffen Bergkulisse des Tenogebirges nach Igueste und zurück fuhr. Auf dem offenen Meer lagen mehrere Kreuzfahrtschiffe vor Anker.

Obwohl es am ersten Tag ziemlich trüb war, konnten wir am Horizont die Umrisse von Gran Canaria erkennen. Bei den weiteren Besuchen mit Sonnenschein blieb uns dieser Anblick verwehrt. Zum Schutz vor grossen Wellen wr ein künstliches Riff angelegt worden, das bei Flut überschwemmt war. 

Der 25 Grad warme Ozean war sehr angenehm. Kleine Fische schwammen um die Füsse. Das Wasser war klar und wurde nur durch den Wind etwas aufgeraut. Dass der Wind mir hin und wieder Sand ins Gesicht wehte, war mir egal. Ich genoss die Ruhe, die schöne Aussicht und das herrliche Meer. Und ja, auch für mich war es der schönste Strand der Insel.