unter der sonne andalusiens - ankunft in ronda

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Doch bereits in Ronda lachte der Himmel wieder. Unser ansonsten ziemlich lausiges Navi (es kannte kaum eine Adresse), lotste uns zielsicher zum ehemaligen Kloster, das für die nächsten zwei Nächte als unsere Unterkunft diente. Wir stellten das Auto auf einen privaten Parkplatz und klingelten am grossen Gittertor. Sofort war John, unser englischer Gastgeber, zu hören, der uns fröhlich willkommen hiess. Ich hatte ihm im Vorfeld geschrieben, dass Reiner am Freitag seinen 50. Geburtstag feiern würde. Allerdings hatte John das verwechselt und dachte, dass bereits heute, Mittwoch, der Jubiläumstag wäre und hatte eine Flasche Freixenet kalt gestellt. Er zeigte uns den grosszügigen Innenbereich, der den Bewohnern der vier Zimmern bei schlechtem Wetter zur Verfügung stand. Bei Sonnenschein lud der Aussenbereich mit Infinity-Pool, Liegestühlen und verschiedenen Sitzbereichen zum Verweilen ein. Dort würde auch das Frühstück bei herrlichem Blick auf die Berge bei Sonnenaufgang serviert. Das Zimmer selbst war in Ordnung, doch das Fenster war blickdicht verhangen, so dass wir keinen Ausblick hatten.

Auf dem Privatparkplatz durften wir nicht bleiben, deshalb lotste John uns durch Ronda, bis er einen freien Parkplatz entdeckte und uns anwies, dort zu parkieren. In seinem Auto fuhr er uns dann kreuz und quer durch das Städtchen und zeigte uns die guten Restaurants. Da war zum Beispiel die "Bodega San Francisco", die zwar günstig, aber eher touristisch und nicht schlecht, aber auch nicht hervorragend sei. Daneben befand sich das "Restaurante Casa María", das er uns wärmstens empfahl. Nur Einheimische würden dort essen und es sei spitzenmässig. Auch die "Cerveceria El Bandolero" empfahl er uns wie auch noch ein paar weitere in der Altstadt. Überhaupt sei bloss die Altstadt das wahre Ronda, die Neustadt nach der berühmten "Puente Nuevo" sei nichts Sehenswertes.

Er fuhr uns zur Unterkunft "Monestario del Carmen" zurück und wir zogen los, um eine Kleinigkeit zu essen. In dem empfohlenen "Restaurante Casa María" gab es keine Speisekarte, sondern für 30 Euro pro Person konnte man essen und trinken, soviel man wollte. Das war nicht das, was wir uns vorstellten, weshalb wir etwas verlegen wieder kehrtmachten. Das weniger warm empfohlene Restaurant "Bodega San Francisco" hatte Tische und Stühle auf dem "Plaza Ruedo Alameda", was uns reizte, trotzdem dort ein paar Tapas zu essen. Die Bedienung war unaufmerksam, die Tapas ganz gut und das Leben auf dem Platz gefiel mir sehr. Soweit wir erkennen konnten, waren nur Einheimische dort zu Gast, zumindest sprachen sie spanisch und tranken "café con leche" vor dem eigentlichen Essen, was wir später auch bei anderen Spaniern beobachten konnten.

Wir schlenderten noch etwas durch die Altstadt, bis wir kurz vor der Brücke links ein paar Tische mit Hockern unter Bögen entdeckten. Wir kehrten auf ein (oder zwei) Glas in die "Tabanco Los Arcos" ein und liessen uns noch etwas Jamón Ibérico Bellota schmecken.