unter der sonne andalusiens - alles hat mal ein ende

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Nach zehn Tagen Sonne, Strand und Meer war es Zeit, wieder an die Heimreise zu denken. Wie schon bei der Hinfahrt traten wir diese nach dem Motto "der Weg ist das Ziel" an. Erste Station war "Vejer de la Frontera". Leider fanden wir in dem hübschen Städtchen keinen Parkplatz, weshalb wir weiterfuhren. Auch beim Kap Trafalgar hatten wir diesbezüglich kein Glück. Der offizielle Parkplatz war mit einem Tor geschlossen und auf allen Privatparkplätzen war ein ausdrückliches Verbotsschild angebracht. Ich war wütend, aber es half nichts.

Einfacher war es in Tarifa, wo sich am Hafen ein recht grosser Parkplatz befand. Wir parkierten dort das Auto und schlenderten etwas am Hafen entlang. Eine Fähre fuhr ein, sonst gab es nicht allzu viel zu sehen. Wir gingen dann am Castillo de Tarifa / Castillo de Guzmán el Bueno vorbei in eine kleine Bar. Die Churros sahen sehr einladend aus. Da wir aber im Hotel bereits üppig gefrühstückt hatten, schlugen wir das Angebot ab. Die Bedienung, vermutlich die Tochter des Hauses, fand das offensichtlich nicht besonders toll und bediente uns mit einem "Lätsch". So unfreundlich wurden wir in ganz Andalusien nie behandelt. Das war auch das einzige Mal, wo es kein Trinkgeld gab. Aber ich vermute, dass sie das gar nicht bemerkten, weil Trinkgeld in dieser Gegend eh nicht üblich war.

Tarifa konnte mich nicht überzeugen, deshalb setzten wir unsere Fahrt auch schon bald fort. Jetzt, einige Wochen später, denke ich, dass ich der Stadt irgendwann nochmals eine Chance geben möchte, um dort etwas mehr Zeit zu investieren.

  

Wir steuerten Algeciras an und beobachteten riesige Containerschiffe beim Anfahren und Verlassen des Hafens. Beim Parkplatz, wo wir das Auto abstellten, gab es hübsche Häuser. Algeciras ist eine weitere Stadt, die ich nochmals etwas genauer unter die Lupe nehmen möchte.

  

Auf der Weiterfahrt kamen wir an Castellar de la Frontera vorbei. Wir unternahmen einen kleinen Abstecher zum Castillo de Castellar und kehrten anschliessend in Marchenilla im "El Vaquero" ein, das an der Strasse lag. Wir hatten Glück, denn wir wurden sehr freundlich bedient, obwohl wir nicht die gleichen Sprachen redeten. Mit Händen und Füssen erklärte die Kellnerin, dass sie die Chocos nicht als Tapas-Portion vorrätig hätten und somit orderten wir eine Media Ración davon. Wieder war alles sehr lecker.

 

Gemütlich fuhren wir weiter auf der leeren Strasse. Auf einmal standen wir in einem Stau. Reiner konnte in einer Kurve etwa zehn Autos vor uns ein Einsatzfahrzeug entdecken und eine Person in einer Leuchtweste. Eine halbe Stunde tat sich nichts, dann erschien gemäss Reiners Aussage ein grosses Kranfahrzeug, verschwand dann aber wieder aus seinem Sichtfeld. Mir wurde langsam langweilig. Als der Leuchtwesten-Mensch ins Fahrzeug einstieg, schöpfte ich Hoffnung, dass es nun weitergehen würde, aber da täuschte ich mich, denn nach ein paar Sekunden verliess er das Fahrzeug wieder und entschwand der Bildfläche. Dies wiederholte sich noch ein paar Mal, bis es endlich nach rund einer Dreiviertelstunde weiterging. Nach der Kurve sahen wir dann das Malheurs: Ein Panzer hatte eine Reifenpanne und musste auf das schwere Kranfahrzeug geladen werden. Ein weiterer Panzer stand am Strassenrand und viele Soldaten darum herum. Der gestrandete Panzer hatte beide Fahrspuren blockiert, aber nun hatten wir endlich freie Fahrt. Das war auch gut so, denn inzwischen hatte sich meine Blase erheblich gefüllt. Leider war weit und breit keine Toilette oder Restaurant auszumachen, in dem es eine gegeben hätte. Wir fuhren an Gaucín vorbei, aber meine Gedanken galten der Suche nach einem Pipihalt.

Wir kamen in Júzcar an. Júzcar war ein kleines weisses Dorf mit gerade mal 226 Einwohnern, das sich bereit erklärt hatte, für die Weltpremiere 2011 des Films "Die Schlümpfe" ihre Häuser blau streichen zu lassen. Sogar die Grabsteine und die Kirche wurde blau gefärbt. Als es Ende des Jahres 2011 darum ging, die Häuser wieder in die Ursprungsfarbe umzufärben, stimmte die Mehrheit dafür, dass Júzcar blau bleiben soll und somit galt es als das erste Schlumpfdorf der Welt.

Wir parkten das Auto und ich eilte zu einer Tür mit einem Frauen-Symbol. Doch was war das? Die Tür war verschlossen! Das gesamte Dorf war im Tiefschlaf. Weder das Restaurant noch die Apotheke hatten geöffnet und so blieb uns nicht viel übrig, als schnellstens weiterzufahren.

   

Endlich, meine Blase drohte bereits zu platzen, kamen wir an eine Tankstelle. Ich war der Verzweiflung nahe, als auch dort die Toilette verschlossen war. Zum Glück hatte aber der Tankstellenshop geöffnet, wo ein Schlüssel dafür geholt werden konnte und ich war endlich erleichtert.

Die restliche Fahrt bis Málaga blieb ereignislos. Wir genossen die Landschaft und suhlten uns in Erinnerungen an eine wunderschöne Andalusienreise.