endlich wieder mal berlin - bitteres ende

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bitteres ende

Nach all den tollen Tagen kam nun das bittere Ende. Das heisst, ein bitteres Ende gab es ja bereits, nämlich das Ausscheiden der Schweizer Nati letzten Dienstag. Doch dies habe ich inzwischen verschmerzt. 

Uns stand noch fast der gesamte Donnerstag zur Verfügung. Unser Flug ging erst um 21.05 Uhr. Wie von Easyjet empfohlen, trafen wir um 19:00 Uhr beim Flughafen Schönefeld ein. Auf der Abflugtafel schauten wir nach unserem Flug und lasen entsetzt, dass dieser annuliert worden war. Das konnte doch nicht sein. Ich war todmüde und wollte nur noch heim in mein Bett. 

Eine längere Schlange hatte sich bereits vor dem Easyjet Schalter gebildet. Auch wir stellten uns dort an um zu erfahren, wie es weitergehen würde. Doch nach minutenlangem Anstehen stellte ich auf einmal fest, dass der Schalter nicht mehr besetzt war. All die Leute, die nach London, Wien oder Basel fliegen wollten, wurden einfach im Regen stehen gelassen. Auf der Website von Easyjet erfuhren wir, dass erst übermorgen um 6:15 Uhr ein Flug verfügbar wäre. Somit hätten wir noch mindestens zwei Nächte in Berlin verbringen müssen. Das wollten wir nicht und schauten nach Zugverbindungen nach Basel. Tatsächlich sollte um 21:05 Uhr ein Railjet der ÖBB vom Hauptbahnhof abfahren. Doch wer trug die Kosten?

Neben der Menschenschlange, die inzwischen auf die doppelte oder dreifache Menge angestiegen war, bildete sich eine kleine Gruppe um einen Mann mit Easyjet-Schild. Ich gesellte mich zu ihnen und fragte, ob Easyjet die Kosten für die Bahnfahrt übernehmen würde. Der Mann riet mir wegen der langen Reise ab, meinte aber gleichzeitig, dass vor nächster Woche wohl kein Flugzeug fliegen würde. Er bestätigte mir (leider bloss mündlich) die Kostenübernahme für die Zugfahrt. Ein junger Mann, der nach Wien fliegen wollte, war ausser sich. Scheinbar wartete er bereits seit über einer Stunde auf Informationen, ohne dass er ein Hotel oder einen Ersatzflug hätten buchen können. 

Darum konnte ich mich nicht kümmern, ich drängte Reiner, mit dem nächsten Zug zum Hauptbahnhof zu fahren und unterwegs ein Ticket für den Railjet zu buchen. Wir ergatterten zwei Plätze in einem Zweierabteil eines Liegewagens für 358€. Im Bewusstsein, auf diesen Kosten sitzen zu bleiben, buchten wir und kamen pünktlich am Bahnhof an. Ausdrucken konnten wir das Ticket zwar nicht, aber das musste auch digital gehen, schliesslich befanden wir uns im 21. Jahrhundert.

Das Abteil war winzig klein. Sitzen konnten wir nicht und auch das Gepäck fand kaum Platz in dem engen Raum. Also legten wir uns hin und versuchten zu schlafen, was mehr schlecht als recht gelang. Am Morgen stellte der österreichische Stewart fest, dass er unsere Buchung nicht vorliegen hatte. Ich erklärte ihm unsere Situation mit dem anulierten Flug und der kurzfristigen Buchung. Erst wollte er den Ausdruck haben, akzeptierte dann aber das digitale Ticket, baute unsere Liegen in Sitze um, servierte uns das Frühstück und half mir schliesslich beim Aussteigen mit meinem Gepäck.

Nach all den Berichten im Internet bin ich skeptisch, ob Easyjet uns die Kosten erstattet. Aber wie sagt man so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt.