hong kong - bangkok - krabi

Im Frühjahr 2015 ging unsere Reise nach Asien. Wir besuchten zum ersten Mal Hong Kong, trafen Reiners Familie in Bangkok und genossen die Sonne und das Meer in Krabi.

hong kong

schlange stehen

Wenn die Hong Kong-Chinesen etwas beherrschen, dann ist es Schlange stehen. Bereits vor dem Abflug nach Hong Kong beim Boarding in Zürich bildet sich im Wartebereich eine wunderbar ordentliche Einerkolonne. Keiner drängelt sich vor oder rempelt jemanden an. Vor dem Flug von Hong Kong nach Bangkok sind bereits vor dem Gate-Schalter alle Tickets und Pässe kontrolliert und gekennzeichnet, so dass das Einsteigen ins Flugzeug in Windeseile über die Bühne gehen kann. Dasselbe Bild begegnet uns überall - sei es an der Bushaltestelle, im Laden oder an einer Theke, überall wird ohne zu Murren in Reih und Glied angestanden.

winterjacken bei sommerlichen temperaturen

Nach einem entspannten Nachtflug erreichen wir Hong Kong am frühen Abend. Obwohl die Temperatur lediglich um die 25°C liegt, beginne ich zu schwitzen. Das muss an der ungewohnt hohen Luftfeuchtigkeit liegen. Der Flughafen ist gross, aber sehr übersichtlich. Als erstes holen wir uns einen Stadtplan und kaufen eine Octopus-Karte, danach folgen wir den Schildern zu der Bushaltestelle. Ohne Probleme finden wir die Haltestelle für den Bus A22, der uns direkt zu unserem Hotel führt.

Wir setzen uns in den unteren Bereich des doppelstöckigen Busses, weil wir unser Gepäck im Auge behalten möchten, auch wenn wir nicht glauben, dass jemand etwas mit unseren Koffern anfangen könnte. Ausser Reiner und mir befinden sich nur Asiaten im Bus. Vermutlich fahren Europäer oder Amerikaner lieber mit dem Taxi oder sie sind in einem anderen Stadtteil untergebracht. Uns gegenüber setzen sich zwei Personen hin. Ich versuche, sie nicht anzustarren, denn dies würde nicht besonders geschätzt, ausserdem will ich die Fahrzeit für Sightseeing benutzen. Mein Blick fällt jedoch trotzdem immer wieder auf die jüngere der beiden Personen, was an der ausgefallenen Kleidung liegt. Sie besteht aus einer engen roten Hose mit grossen schwarzen Sternen, einem Shirt mit rosa Rosenaufdruck und einer dunkelblauen Jacke mit hellen Punkten. Besonders die Rosen verwirren mich, denn die deuten auf eine Frau hin, aber der Bartwuchs und die tiefe Stimme, mit der sich mein Gegenüber mit seiner Begleiterin - seiner Mutter? - unterhält, sprechen eine andere Sprache. Ich frage mich, ob ich hier mit Hong Kongs Modewelt konfrontiert werde, merke aber bald, dass es sich wohl um eine Ausnahme mit einem besonderen Geschmack handelt. In Hong Kong tragen die Menschen vorwiegend Daunenjacken mit oder ohne Pelzkragen - es ist ja schliesslich noch Winter.

star ferry nach hong kong island mit trüben aussichten

Für den ersten der beiden Tage haben wir uns Hong Kong Island vorgenommen. Mit der Star Ferry setzen wir von Tsim Sha Tsui nach Central über. Trotz des trüben Wetters hätte ich gerne ein paar Erinnerungsfotos gehabt, doch Reiner stellt fest, dass seine Kamera den Flug nicht überlebt hat. Zu diesem Zeitpunkt setzen wir noch die Hoffnung auf eine leere Batterie, doch am Abend im Hotel bestätigt uns ein Blick auf das gesprungene Display, dass die Befürchtung wahr geworden ist. Somit müssen für diese Ferien Handyfotos genügen.

mid-levels escalator mit octopus-tankstelle

Der Mid-Levels Escalator besteht aus zwanzig Rolltreppen, die fast einen Kilometer und 135 Höhenmeter überwinden. Es ist das längste überdachte aussenstehende Rolltreppensystem der Welt. Ich hatte gelesen, dass sich etwa in der Mitte dieser Strecke ein Automat befindet, welcher der Octopus-Karte zwei Hong Kong Dollars spendiert. Fast hätte ich diese Tatsache vergessen und wundere mich, weshalb sich auf einmal eine Reihe von Asiaten bildet, die einer nach dem anderen wieder umdrehen. Da fällt Reiner ein, dass ich ihm von diesem Automaten erzählt habe und so laden auch wir beide unsere Karte mit den paar Rappen auf.

Wir verlassen dort den Mid-Levels Escalator, um uns durch die Gässchen zu schlängeln. Auf der Suche nach einem einfachen chinesischen Essen für den kleinen Hunger kommen wir an bunten Gemüseständen, kleinen Restaurants mit internationaler Küche und Auslagen mit frischem Fisch vorbei. In einer engen Gasse reiht sich ein Lokal ans andere und wir setzen uns an einen freien Tisch an der Strasse. Sofort bekommen wir eine englische Karte und stellen fest, dass es uns in eine japanische Ramenbar verschlagen hat. Nicht unglücklich darüber, obwohl wir eigentlich authentisches chinesisches Essen haben wollen, bestellen wir die leckersten Ramen, die ich je gegessen habe. Neben den Nudeln (Ramen) befinden sich in der würzigen Suppe Gemüse, Schweinefleisch und wachsweiche Eier mit orangegelbem Dotter, die himmlisch schmecken. Auf der gegenüberliegenden Seite dieses steil ansteigenden Gässchens herrscht in einem anderen Strassenrestaurant Hochbetrieb. Kaum wird ein Platz frei, setzt sich der nächste Gast auf den Hocker, der aussieht, wie ein umgedrehter Papierkorb und bestellt sich seine Nudelsuppe. Geredet wird wenig. Es scheint, als ist die Mittagspause kurz und der Tischnachbar unbekannt.

fussmarsch zur victoria peak tram talstation

Am oberen Ende des Mid-Levels Escalators angekommen bin ich etwas enttäuscht. Es gibt hier nichts Attraktives, wofür es sich gelohnt hat, die Treppen an Stelle der sich in Revision befindenden Rolltreppe hoch zu steigen. Da wir eh wieder hinunter müssen und sich die Rolltreppen nur in eine Richtung bewegen, folgen wir den Wegweisern zum Peak Tram. Der Weg führt teilweise einem hübschen Wald entlang, ist aber ziemlich steil, so dass schmerzende Knie die Folge sind. Das Peak Tram scheint beliebt zu sein, denn eine grosse Menschenmenge wartet auf die nächste Bergfahrt. 

Die Bänke in der Bahn sind alle bergwärts ausgerichtet. Bald wird klar, wieso das so ist: Bei einer Steigung von bis zu 48% (27°) hätte eine talseitige Sitzrichtung die Folge, dass die Passagiere aus ihren Bänken fliegen würden.

Die Fahrt lohnt sich selbst bei trübem Wetter. Ich würde auch bei Regen auf den Victoria Peak fahren, denn der Blick auf Hong Kong ist atemberaubend.

jumbo kingdom - muss oder nicht?

In Hong Kong ist das öffentliche Verkehrsnetz ausgezeichnet ausgebaut. Es gibt jede Menge Apps fürs Handy oder Tablet, so dass es ein Leichtes ist, sich in dieser Stadt fortzubewegen. Wir lassen den Abend in Aberdeen ausklingen. Bereits von der Promenade unweit der Bushaltestelle "Aberdeen Promenade / Aberdeen Praya Road" entfernt sehen wir ein buntes chinesisches Gebäude, in welchem wir ein Restaurant vermuten. Wegen einer Baustelle wird es ein mehrere Kilometer langer Fussmarsch. Als wir endlich am Pier angelangt sind, stelle ich überrrascht fest, dass es sich bei dem Restaurant um die Touristenattraktion "Jumbo Kingdom", ein schwimmendes Restaurantschiff handelt.

Wir setzen mit der Gratisfähre über und finden uns in einem edlen Restaurant wieder, das sehr gut besucht ist. Am Nebentisch wird den vier Gästen ein Gang nach dem anderen serviert, wovon sie jeweils lediglich kosten und den Rest zurückgehen lassen. Wir geniessen unser ausgesprochen leckeres Essen und ziehen trotz der grossartigen Qualität der Speisen das Fazit, dass das Preis-Leistungsverhältnis nicht gerechtfertigt ist.

egg tarts und dim sum

Bereits in San Francisco wollte ich Egg Tarts probieren, doch es kam nicht dazu. Diesmal will ich mir diese Spezialität nicht entgehen lassen. Wir finden sie in der Tai Pan Bakery und sind hellauf begeistert. Sie sind noch warm, der Boden ist kross, der Eierguss fluffig und nicht zu süss.

Die zweite Spezialität Hong Kongs sind Dim Sum. Unseren ersten Versuch starten wir im Din Tai Fung im Miramar Shopping Center. Dies ist eine ausgezeichnete Wahl. Die Karte ist übersichtlich und auf den Tischen sind Kärtchen, auf denen das Essen der Dim Sums und das Mischverhältnis der Dips-Sauce erläutert wird. Die Bedienung ist ausgesprochen freundlich, aufmerksam und hilfsbereit. Qualitativ besser und variantenreicher sind aber überraschenderweise die Dim Sum im Flughafen-Restaurant von Hong Kong. Zwar ist die Bestellung etwas schwieriger, weil die Nummern auf dem Bestellzettel nicht mit denjenigen auf der bebilderten Karte korrespondieren, aber mit Hilfe des Zeigefingers und einem netten Lächeln bekommen wir alles, was wir uns wünschen und das zu einem überraschend fairen Preis.

a symphony of lights

Jeden Abend um 20:00 Uhr versammeln sich Zuschauer auf der Avenue of Stars, um das Lichtspekakel "A Symphony of Lights" zu betrachten und der dazu abgespielten Musik zu lauschen. Auch ohne Lichtshow ist die Skyline von Hong Kong Island ein Hightlight.

bangkok (thailand)

chao phraya river

Für uns gibt es keinen Bangkok-Besuch ohne eine Flussfahrt auf dem Chao Phraya River. Am liebsten steigen wir dabei in ein Boot ohne Flagge, das überall hält. Im Gegensatz zu den teureren Touristenbooten (blaue Flagge) gibt es keine Lautsprecherdurchsagen.

Wir fahren mit dem Green Flag Boat (ein Expressboot, das nicht an jedem Ort stehen bleibt) von Sathorn los mit dem Ziel, ein Foto des Wat Arun im Sonnenuntergang zu schiessen. Leider ist der Tempel eingerüstet, so dass wir das Fotografieren sein lassen. In Nonthaburi, das ca. 20 km nördlich des Zentrums von Bangkok liegt, steigen wir aus. Gleich bei der Anlegestelle beginnt ein heimischer Markt, der uns bereits letztes Mal mit aussergewöhnlichen Lebensmitteln beeindruckt hat. Doch diesmal sind wir zu spät, die meisten Händler packen bereits ihre Waren zusammen, weshalb wir wieder zurück nach Bangkok fahren wollen. Leider sind wir auch dafür zu spät, denn das letzte Boot hat eben die Anlegestelle verlassen und wir nehmen stattdessen den Bus. Weil wir mit Englisch nicht weiterkommen, wechseln wir für den letzten Teil der Strecke in ein Taxi.

shopping-malls

Die beliebteste Shopping-Mall in Bangkok ist das MBK (Mah Boon Krong Center), entsprechend voll sind die Gänge des siebenstöckigen Gebäudes mit 2'500 Läden. Mir sind hier zu viele Menschen, weshalb wir uns in das benachbarte Siam Paragon begeben. Auf dem Weg über die Fussgängerbrücke werden wir von der Polizei angehalten. Niemand darf die Brücke, die über die Strasse führt, betreten. Neugierig schaue ich auf die Strasse, auf welcher ein paar Luxuslimousinen mit einer Polizeieskorte entlang fahren. Danach geht der Verkehr sowohl auf der Fussgängerbrücke wie auch auf der Strasse normal weiter. 

Mein Lieblingsladen im Siam Paragon ist die Delikatessenabteilung im untersten Geschoss. Im Wissen darum, dass wir alles nach Krabi, zurück nach Bangkok und danach nach Hause schleppen müssen, decken wir uns mit Tees und Gewürzen, getrockneten Früchten und Keksen ein. Am liebsten hätte ich noch viel mehr eingepackt, aber Reiner drängt mich sanft zur Kasse. 

Vor unserem Heimflug, nach dem Badeurlaub in Krabi, besuchen wir noch ein drittes riesiges Luxus-Einkaufs-Center an der Sukhumvit Road in der Nähe unseres Hotels. Das EM Quartier hat Ende März 2015 seine Tore geöffnet und besticht nicht nur durch seine aussergewöhnliche Architektur, sondern auch durch eine exquisite Delikatessenabteilung. Wie bereits zehn Tage zuvor im Siam Paragon decken wir uns wieder mit einigen Leckereien ein. Leider müssen wir am frischen Obst und Gemüse ohne Zulangen vorbei, denn dieses hätte den Heimflug kaum heil überlebt. Weil diverse Läden neu eröffnet haben, gibt es Geschenke in Form einer süssen Verführung, die wir bei einem herrlichen Sonnenuntergang geniessen.

krabi (Thailand)

schnorcheln

Bereits beim Buchen der Reise war mir klar, dass ich in diesen Ferien schnorcheln will. Wir haben uns für Kon-Tiki entschieden, weil die nebst Tauchkursen auch Schnorchelausflüge anbieten. Noch bevor die Touristen so richtig wach sind, stehen wir am Bootssteg und dürfen gemeinsam mit der Mannschaft per Longtailboot zum Schiff fahren. Mit allen Guides sind wir rund 35 Personen an Bord, wovon nur sechs mit zwei Guides schnorcheln. Alle anderen haben sich zum Tauchen angemeldet. Auf der Fahrt zu den Bida-Inseln werden wir mit Früchten und Getränken verwöhnt und erhalten eine Instruktion zu unseren Schnorchelausflügen.

Die zwei kleinen Kalksteininseln Koh Bida Nok und Koh Bida Nai bilden die südlichste Spitze von Phi Phi Island und sind bekannt für eine Vielzahl an Korallenfischen. Ich finde den "Nemo", kann eine grosse Schildkröte ausmachen und einen Hai beobachten, wie er nur ein paar wenige Meter unter mir elegant seines Weges schwimmt. Ich beobachte einen riesigen Schwarm Baracudas, grosse Hummer, die ihre weissen Fühler aus den Felsen strecken, Trompetenfische, die wie ein Stück Holz im Wasser gleiten und jede Menge Fische, die ich sonst nur aus dem Aquarium kenne. Ich bin so fasziniert von der Unterwasserwelt, dass ich die Sonne über mir vergesse und ich mir einen heftigen Sonnenbrand einfange. Trotzdem bereue ich es nicht, denn das Schnorcheln ist und bleibt das Highlight dieser Ferien.

relaxen

Wir haben uns zu Hause entschieden, ein Auto zu mieten, damit wir flexibel sind. Das hat sich bewährt, denn damit sind wir weder auf ein Taxi noch einen langen Fussmarsch angewiesen, um etwas anderes zu sehen, als die Umgebung der Hotelanlage.

Entgegen meiner Befürchtung erleben wir keinen Massenauflauf. Manche Strände sind schwer zugänglich. Wir finden jedoch immer ein schattiges Plätzchen, an dem es uns ganz besonders gut gefällt. Das Meer ist herrlich warm, der Sand fein wie Puderzucker. Bloss die vielen kleinen Müschelchen und die Nadeln der Bäume pieksen an den empfindlichen Fusssohlen. Als Erfrischung gönnen wir uns einen leckeren Mangoshake und geniessen das süsse Nichtstun.

kulinarisches

Das Schönste am Frühling in Thailand ist: Es ist Mangozeit! Überall werden reife Mangos, Mangoshakes und unser Lieblingsdessert "Sticky Rice with Mango" angeboten. Ansonsten ernähren wir uns überwiegend aus dem, was das Meer hergibt. Es vergeht kein Tag ohne Fisch oder Meeresfrüchte auf unserem Speiseplan.