zwei wochen hongkong - sonntag - mongkok und victoria park

sonntag - mongkok und victoria park

Für unseren ersten Tag nahmen wir uns Mongkok vor und liefen uns bereits zu Beginn der Ferien die Füsse wund - naja, zumindest fast.

Wir hatten uns ein kleines Restaurant in Mongkok für das Frühstück ausgesucht. Mit dem Bus sollte es dorthin gehen, doch wo ist die Haltestelle, die doch eigentlich vor unserem Hotel sein sollte? Ein Mann fragte uns mit Händen und Füssen, als wir uns suchend umblickten, wohin wir wollten. Ich fragte nach dem Bus und er redete von der Ding Ding. Nein, Bus, nicht Ding Ding. So nett wie er war, so wenig hilfreich waren seine Bemühungen, weshalb wir ihn stehen liessen und die Strasse entlang gingen, bis wir zur Haltestelle kamen.

Im Bus wurde mir plötzlich bewusst, dass wir in die falsche Richtung unterwegs waren. Hungrig stiegen wir aus und assen im nächsten geöffneten Restaurant eine Nudelsuppe mit Bun, Eieromelette und tranken unserem ersten Milk Tea.

Angeblich trinken die Hong Kong Chinesen nichts zu einer Suppe, doch hier und auch später überall hatte jeder eine Tasse warmen oder ein Glas eiskalten Milk Tea vor sich stehen. Ich konnte das verstehen, denn der starke Schwarztee mit gezuckerter Kondensmilch verfeinerte Tee schmeckte mir und auch Reiner sehr gut.

Damit es etwas zügiger vorwärts ging, fuhren wir mit der MTR nach Kowloon.

flower market

Von der MTR-Station "Prince Edward" aus sind es nur ein paar hundert Meter, bis zu dem charmanten Blumenmarkt. Kleinere und grössere Blumenläden säumten die Strasse, die bezeichnenderweise "Flower Market Road" hiess. Das schönste war, dass die meisten Läden klimatisiert waren, so dass wir immer wieder den feuchtwarmen 32 Grad entfliehen konnten und dabei die wunderbaren Sträusse und Zimmerpflanzen bestaunen konnten. Die Blumen - vorwiegend fanden wir Rosen und Orchideen vor - waren in den verschiedensten und aussergewöhnlichsten Farben anzutreffen. Viele Rosen waren auffallendend blau. Auch wenn man als Tourist nicht unbedingt Bedarf an Schnittblumen hat, so ist ein Spaziergang über den Markt ganz nett.

bird garden

In der Nähe des Blumenmarktes befand sich der Bird Garden. Für die Augen eines Europäers ist dies ein eher befremdlicher Anblick. Singvögel, Papageien und andere Vogelarten wurden in kleinen Käfigen zum Kauf angeboten. Aber auch Vogelfutter, das meist noch krabbelte, und jegliches Zubehör konnte käuflich erworben werden. Die Sitznischen waren von mehrheitlich alten Männern besetzt, die sich gemütlich unterhielten, wobei sie ihren Vogel im Käfig ausführten, als wäre es ein Hündchen. Für die ist es das normalste der Welt, mit ihrem Haustier spazieren zu gehen.

Sichtlich Spass hatten drei grüne Papageien, die mit Wasser abgespritzt wurden. Sie drehten sich und öffneten die Flügel. Auch ihnen war wohl ziemlich warm heute.

 

tiere und mehr

Obwohl wir später sahen, dass wir fast unmittelbar daran vorbei gelaufen waren, waren wir nicht beim Goldfischmarkt, der sich ebenfalls in dieser Ecke Hongkongs befand. Wir spazierten durch die Strassen und entdeckten eine Vielzahl von Schaufenster mit kleinen Hunden darin. Bei uns wäre längst der Tierschutz gekommen, wenn Tiere auf so engem Raum leben müssten, doch soweit ich das beurteilen konnte, schienen die Hunde erstaunlich vital und wiesen meist ein glänzendes Fell auf. Neben Hunden gab es auch Fische, Kaninchen, Katzen und Meerschweinchen zu kaufen.

Eine andere Art von Tieren, nämlich solche zum Essen, sahen wir in einer Markthalle. Wir stiefelten durch das Erdgeschoss, wo diverse Fische und Meeresfrüchte darauf warteten, von ihrem halbtoten Zustand befreit zu werden und in der Pfanne zu landen. Eine Treppe führte ins Obergeschoss, wo Fleisch und Geflügel angeboten wurde.

mong kok computer centre

Vom Mong Kok Computer Centre hatten wir uns mehr versprochen. Zwar hätte es das eine oder andere Schnäppchen zu machen gegeben, aber wir waren uns über die Echtheit der Produkte nicht sicher und die Präsentation war ziemlich billig. Ausserdem bestand das Center aus einer Vielzahl kleiner Läden, wovon sicher ein Drittel geschlossen war oder sich im Umbau befand.

ladies market

Es war Sonntag und es herrschte Hochbetrieb. Eine Menschenmasse drängte sich an den über 100 Verkaufsständen vorbei, um nach Kleidung, Handtaschen, Koffern, Rucksäcken und Accessoirs, aber auch Uhren, CDs und Einrichtungsgegenstände Ausschau zu halten. Die Verkäufer waren dabei sehr zurückhaltend, was ich ganz angenehm fand. Trotzdem war das nicht mein Markt.

sneakers street

In Hongkong befanden sich Strassenzüge, an denen in mehreren Geschäften das gleiche verkauft oder produziert wurde. In der einer Strasse gab es Schmuckläden, in der anderen Eisenwaren und in einer nächsten, nämlich der Fa Yuen Street, reihte sich ein Turnschuhladen an den nächsten. So war es auch nicht verwunderlich, dass die Strasse "Sneakers Street" genannt wurde. Manche Läden waren dabei so klein, dass man sich kaum umdrehen konnte, andere erstrecken sich über mehrere, über Rolltreppen erschlossene Geschosse.

victoria park

Nach einem Nachtessen in der Nähe unseres Hotels gingen wir in den angrenzenden Victoria Park. Als erstes kamen wir am Schwimmbad vorbei, wovon nichts zu sehen, nur zu riechen war. Danach schlenderten wir den Weg entlang an den Tennisplätzen vorbei. Eine eigens für Jogger angelegte Bahn durfte als Fussgänger nicht betreten werden. Wir hielten uns daran und kamen zu einer Wiese. Hunderte Philippinas sassen in Gruppen auf grossen ausgebreiteten Tüchern. Alle Frauen trugen bunte Kopftücher. Sie hatten Esswaren vor sich liegen und genossen sichtlich ihr Treffen.

Etwas weiter befand sich ein grosser Platz voller Lampignons und kitschiger Leuchtobjekte. Eine Woche zuvor, am 1. Oktober, feierten die Chinesen ihren Nationalfeiertag. Am 1. Oktober 1949 hatte Mao Tse-tung, Vorsitzender der Kommunistischen Partei China (KPCh), in Peking die Gründung der Volksrepublik China ausgerufen. Seitdem sind während der einwöchigen Ferien vom 1. bis 7. Oktober unzählige chinesische Touristen zu Sehenswüdigkeiten im In- und Ausland unterwegs. Das spürten wir auch noch einen Tag nach Ende der Festivitäten. Viele, vor allem junge Leute, posierten vor den beleuchteten Figuren für ein Foto. Selbst die Kleinsten wussten sich dabei in Szene zu setzen. Verglichen mit meinen Kinderfotos, auf denen ein schlaksiges kleines Mädchen unsicher in die Kamera blickte, wirkten die Kinder wie kleine Photomodels.