andalusien - eine neue liebe - 28.05. - 31.05.2017 - córdoba

28.05. - 31.05.2017 - córdoba

nh córdoba guadalquivir

Das Hotel am schönen Guadalquivir war gut zu finden. Wir stellten unser Auto auf den Kurzzeitparkplatz vor dem Eingang und checkten ein. Das Personal war freundlich, aber viel reservierter, als in Granada. Wir bekamen ein schönes, geräumiges Zimmer mit Blick auf einen hässlichen Parkplatz hinaus. Etwas weiter links war die Mezquita zu sehen, das war schon viel besser. Wir parkierten unser Auto in der hoteleigenen Garage und zogen los, die Stadt zu erkunden.

juderia

      

Der Weg vom Hotel zur Altstadt war wunderschön. Erst ging man der baumgesäumten Strasse am Guadalquivir entlang, um nach ein paar Metern die Puente Romano zu überqueren.

Wir hatten Hunger, waren aber zu spät für ein Mittagessen und zu früh für ein Abendessen, trotzdem fanden wir ein hübsches Restaurant. Es hiess "La Tapería" und bot ein Tapas-Menü an. Wir bekamen Mazamorra, Ensaladilla, Alcachofas, Baclao Confi, Solomillo Iberico und Surtido de postre. War das lecker! Und das Ambiente sowie die Bedienung gefielen uns ausgezeichnet.

Nicht nur das Essen war toll, auch das Judenviertel "Juderia" mit seinen Gassen, Blumen und Geschäften. Es war touristisch, aber trotzdem verliebte ich mich sofort in Córdoba und wurde somit Granada untreu.

mezquita-catedral

     

Ich hatte bereits viele Bilder dieser alten Moschee gesehen und freute mich, sie nun selber zu sehen. Wir standen gleich früh am Morgen an, um zu einem Ticket zu kommen. Pünktlich öffnete der Schalter und der Ticketverkauf ging schnell. 

Als ich den gigantischen Raum der Mezquita betrat, war ich überwältigt. So gross hatte ich mir die Moschee nicht vorgestellt. Ausserdem war ich überrascht, dass sie aus einem einzigen, riesigen Raum bestand, der von zig wunderschönen Säulen gehalten wurde. Mitten in den Bogengängen befand sich eine Kathedrale.

Die Moschee wurde auf den Mauern einer westgotischen Basilika erbaut. Erst nach der Rückeroberung durch die Christen wurde die Moschee wieder zu einer Kirche, indem im Herzen der Moschee eine Kathedrale errichtet wurde. Der Mix aus christlichen und muslimischen Elementen machte das Gebäude zu etwas Aussergewöhnlichem.

jardines de la victoria mit mercado victoria

 

Ich liebe Markthallen, was eigentlich erstaunt, denn ich mag es überhaupt nicht, einkaufen zu gehen. Das fängt bei Lebensmitteln an und hört bei Kleidung auf. Auf jeden Fall wollte ich zur Markthalle Victoria, die im Jardines de la Victoria liegt und Reiner war sofort damit einverstanden.

Statt der erwarteten Gemüse-, Obst- und Fischstände erwartete uns ein herrlicher "Food Court". Draussen gab es einen hübschen, mit Stroh gedeckten Bereich mit Tischen und Stühlen. Reiner holte Getränke und Tapas und so verweilten wir ewig in dem tollen Ambiente und genossen das Kommen und Gehen der Einheimischen. Irgendwann spazierten wir durch den Park, beobachteten Enten und relaxten etwas, schliesslich hatten wir Ferien.

peña cultural

Das Hotel lud uns für Montag auf die Dachterrasse zu einem Folkloreabend ein. Gegen 22:00 Uhr trafen wir ein und waren vom Ausblick auf die Mezquita, den Guadalquivir und die Puente Romano fasziniert. Vor allem, als die Sonne unterging und die Lichter angingen, war es ein wundervolles Bild.

Der Chor "Los Limones" sang folkloristische Lieder über Córdoba. Die Kulisse war traumhaft und so wurde es ein netter Abend.

parque de miraflores

Als wir am Morgen dem Fluss entlanggingen, kamen uns sehr viele Spaziergänger mit ihren Hunden entgegen. Bis zum Miraflores Park begegneten uns bestimmt 20 Hunde. Was mir am Park selber gut gefiel, war die Tatsache, dass sich dort jeder aufhielt. Vom Penner, der auf der Parkbank schlief über Grosseltern, die mit ihren Enkeln spazieren gingen bis zu Joggern, die die frische Morgenluft genossen. Auch Männern in Businesskleidung konnten wir erblicken. Da sich im Park weder ein Café noch ein Kiosk befand, verliessen wir den Ort bald mal über die Puente de Miraflores.

plaza de la corredera und umgebung

Wir waren nicht weit von der Mezquita und der Juderia entfernt und trotzdem war dieses Quartier bereits viel weniger touristisch. In den Gassen quasselten alte Frauen miteinander, andere eilten von einem Termin zum nächsten, eine Schulklasse wartete auf den Eintritt in ein Museum.

Schliesslich landeten wir beim Plaza de la Corredera, ein grosser rechteckiger Platz. Am Rande des Platzes waren in den Arkaden der orangen, cremeweissen oder grünen dreistöckigen Backsteingebäuden viele kleine Restaurants untergebracht, die ihre Tische und Stühle auf dem Platz aufgebaut hatten. So langsam wurde das Frühstück abgeräumt und für das Mittagessen gedeckt. Fast jedes Restaurant hatte "Rabo de Toro" (deutsch: Ochsenschwanz) auf der Karte. Diese cordobésische Spezialität wollten wir probieren. Allerdings waren wir noch etwas früh dran, deshalb gingen wir durch die Markthalle - hier wurden Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst verkauft - durch die Arkaden und Gassen. In der "Taberna La Alquería" assen wir unter anderem den Ochsenschwanz und unsere erste Salmorejo. Alles war sehr köstlich.