andalusien - eine neue liebe - 28.05.2017 - granada - córdoba

28.05.2017 - granada - córdoba

montefrío

Schon von weitem konnten wir die weissen Häuser von Montefrío sehen. Auf dem höchsten Punkt thronten die Ruinen einer maurischen Burg. Als wir ins Dorf hineinfuhren, traute ich meinen Augen kaum: Die Strassen und Cafés waren voller Menschen. Es war Sonntag und vermutlich kamen die Bewohner gerade vom Gottesdienst.

castello de la mota

Etwas weiter sahen wir eine stattliche Burg. Wir folgten einem Wegweiser zum Castello de la Mota. Eigentlich hätte man von hier aus einen herrlichen Blick über die Landschaft gehabt, doch leider war es sehr dunstig. Trotzdem hatte sich der kleine Abstecher gelohnt.

priego de córdoba

Rund 100km vor Córdoba liegt das Städtchen auf 652m Höhe. Wir kurvten durch enge Gassen, vorbei an einem kleinen Freiluft-Gottestdienst und parkten schliesslich unser Auto im engsten Parkhaus, das ich je gesehen hatte. Das Parkieren war gratis, was ich mir in der Schweiz nicht vorstellen könnte.

Wir schlenderten hoch zum Monumento Sagrado Corazón de Jesús, wo der kleine Gottesdienst abgehalten wurde. Die Besucher sangen miteinander, tanzten und traten nacheinander ans Mikrofon. Verstanden hatten wir nichts, deshalb gingen wir auch weiter zum Mirador del Adarve. Auch hier wäre der Ausblick wieder gigantisch gewesen, hätte der Dunst nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dafür waren die Gassen mit vielen Blumentöpfen an den Fassaden wunderschön, was uns für die verpasste Fernsicht entschädigte.

eine seltsame begegnung

In vielem bin ich keine typische Frau, in einem jedoch schon: Ich brauche ständig eine Toilette. Da wir in Priego de Córdoba eine grosse Flasche Wasser getrunken hatten und im Auto auch stets den Durst löschten, war es bald soweit, dass meine Blase heftig drückte. Wir fuhren von der Autobahn ab und kehrten im erstbesten Café ein, das wir fanden. Als wir unsere Bestellung aufgegeben hatten, suchte ich das stille Örtchen auf, wo ich einer Frau begegnete, die mir kichernd in Zeichensprache klarmachte, dass ich mich ins Männerklo begeben wollte. Erst dachte ich, sie sei eine Angestellte, aber bald schon merkte ich, dass sie ein Gast war - ein betrunkener Gast. Sie kippte einen Drink nach dem anderen und unterhielt sich glucksend mit der Bedienung, während sie immer wieder zu mir schaute. Dann kam sie zu mir, redete auf mich ein und als ich nicht verstand, ging sie wieder zur Kellnerin. Diese erklärte dann in gebrochenem Englisch, dass die Frau unsere Getränke übernehmen möchte. Mir war das überhaupt nicht recht und wollte bezahlen, doch das sei bereits erledigt. Mit schlechtem Gewissen verliessen wir dankend das Café und fuhren die letzten paar Kilometer Richtung Córdoba.